Kottbusser Tor: Der Kotti und der Streit um den Döner

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Stell dich auf den Platz am Kottbusser Tor und dreh dich einmal im Kreis: oben die gelbe Hochbahn auf ihrem Stahlviadukt, ringsum Imbisse, Spätis und Teestuben, und über allem der Betonriegel des Neuen Kreuzberger Zentrums aus den Siebzigern. Schön ist anders. Lebendig ist genau so.

Key Facts

PlaceKottbusser Tor: Der Kotti und der Streit um den Döner
AddressKottbusser Tor, 10999 Berlin, Germany
Geo Coordinates52.49900, 13.41830
Part of WalkKreuzberger Küche: Currywurst, Döner und Markthallen in Berlin
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Stell dich auf den Platz am Kottbusser Tor und dreh dich einmal im Kreis: oben die gelbe Hochbahn auf ihrem Stahlviadukt, ringsum Imbisse, Spätis und Teestuben, und über allem der Betonriegel des Neuen Kreuzberger Zentrums aus den Siebzigern. Schön ist anders. Lebendig ist genau so.

Der Name ist älter als alles, was du siehst. Hier stand das Cottbusser Tor in der Berliner Zollmauer aus dem 18. Jahrhundert, an der Straße nach Cottbus. Die Hochbahn fährt hier seit 1902, und 1928 kam tief unter der Erde eine zweite Linie dazu, die U8, die den Platz zum Umsteigeknoten machte. Ab den Sechzigerjahren wurde der Kotti zum Herz des türkischen Kreuzberg. Viele Altbauten ringsum sollten abgerissen werden und wurden deshalb billig vermietet, oft an Familien, die als sogenannte Gastarbeiter gekommen waren.

Und in diesem Kreuzberg beginnt der Streit um die berühmteste Erfindung der Berliner Küche: den Döner im Brot. Gegrilltes Fleisch vom senkrechten Spieß gab es in der Türkei schon lange, aber auf dem Teller. Wer zuerst auf die Idee kam, es mit Salat und Soße in ein Fladenbrot zu packen, damit man es im Gehen essen kann, ist umstritten. Kadir Nurman erzählte, er habe 1972 am Bahnhof Zoo damit angefangen. Mehmet Aygün sagt, er habe schon 1971 in Kreuzberg Döner im Brot verkauft. Und es gibt weitere Kandidaten.

Sicher ist nur, dass der Döner in Berlin so groß wurde, dass die Stadt Ende der Achtzigerjahre amtlich festlegte, was sich überhaupt Döner nennen darf: welches Fleisch auf den Spieß gehört und wie viel Hackfleisch höchstens erlaubt ist. Ein Gericht aus Anatolien, geregelt von Berliner Lebensmittelbehörden, erfunden für Menschen, die keine Zeit für eine Mittagspause hatten. Deutscher geht es kaum.

Wenn du jetzt Hunger hast: Am Kotti musst du nicht lange suchen, und die Diskussion, wo es den besten gibt, führst du am besten mit vollem Mund. Danach folgst du der Hochbahn die Skalitzer Straße entlang nach Osten, unter den Stahlträgern hindurch, bis zur Ecke Manteuffelstraße.

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