Marheineke Markthalle: Einkaufen unter Glas seit 1892

Why is it significant?

Vor dir öffnen sich die Türen der Marheineke Markthalle, und dir kommt der Duft von frischem Brot, Käse und Kaffee entgegen. Drinnen, unter einem hellen Dach, reihen sich Stände mit Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Feinkost, und an den Stehtischen wird schon am Vormittag geplaudert.

Key Facts

PlaceMarheineke Markthalle: Einkaufen unter Glas seit 1892
AddressMarheinekeplatz 15, 10961 Berlin, Germany
Geo Coordinates52.48930, 13.39470
Part of WalkKreuzberger Küche: Currywurst, Döner und Markthallen in Berlin
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Vor dir öffnen sich die Türen der Marheineke Markthalle, und dir kommt der Duft von frischem Brot, Käse und Kaffee entgegen. Drinnen, unter einem hellen Dach, reihen sich Stände mit Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Feinkost, und an den Stehtischen wird schon am Vormittag geplaudert. Kiezrentner, Familien mit Kinderwagen und Leute, die nur schnell einen Espresso wollen, alle teilen sich hier denselben Gang.

Die Halle wurde 1892 eröffnet, als städtische Markthalle Nummer elf. Berlin baute damals innerhalb weniger Jahre über ein Dutzend solcher Hallen. Die erste und größte, die Zentralmarkthalle am Alexanderplatz, öffnete 1886, mit eigenem Gleisanschluss, damit die Waren aus dem Umland direkt mit der Bahn ankamen. Bis dahin wurde auf offenen Plätzen verkauft, zwischen Pferdemist, Abfall und Fliegen, mitten im immer dichteren Verkehr der wachsenden Großstadt. Die Markthallen waren ein Hygieneprojekt: Ware unter Dach, Fleisch unter Aufsicht, alles von der Stadt kontrolliert.

Platz und Halle heißen nach Philipp Marheineke, einem Theologen, der mit Hegel befreundet war und nach dessen Tod Hegels Vorlesungen über die Philosophie der Religion herausgab. Wo sonst bekommt man seinen Blumenkohl in einer Halle, deren Name an einen Hegelianer erinnert? Berlin hat eben eine Schwäche dafür, Alltag und Weltgeist zu mischen.

Die Halle hat schwere Zeiten erlebt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie wiederaufgebaut, und später, als Supermärkte und Discounter kamen, wurde es in vielen Markthallen still. Von den einst vierzehn städtischen Hallen sind nur wenige als Markt geblieben, etwa die Arminiushalle in Moabit, viele wurden abgerissen oder umgenutzt. Die Marheineke wurde in den 2000er Jahren gründlich modernisiert, und sie hat überlebt, weil der Kiez sie brauchte.

Hol dir ruhig etwas für unterwegs, ein Stück Käse, ein Brötchen, einen Kaffee. Dann geh die Bergmannstraße nach Osten weiter. Die Cafés werden weniger, auf der rechten Seite beginnt eine lange Mauer, und hinter ihr wird es ganz still.

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