KaDeWe & U-Bahnhof Wittenbergplatz

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Mitten auf dem Wittenbergplatz steht ein kleiner Palast mit Säulen, Rundfenstern und einem Dach wie ein Gewächshaus... und das ist bloß ein U-Bahnhof. Gleich daneben ragt der riesige Kasten des KaDeWe auf, das Kaufhaus des Westens. Fangen wir mit dem Bahnhof an.

Key Facts

PlaceKaDeWe & U-Bahnhof Wittenbergplatz
AddressWittenbergplatz, 10789 Berlin, Germany
Geo Coordinates52.50180, 13.34280
Part of WalkKu'damm und City West: Berlins Schaufenster zwischen Ruine und Glas
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Mitten auf dem Wittenbergplatz steht ein kleiner Palast mit Säulen, Rundfenstern und einem Dach wie ein Gewächshaus... und das ist bloß ein U-Bahnhof. Gleich daneben ragt der riesige Kasten des KaDeWe auf, das Kaufhaus des Westens.

Fangen wir mit dem Bahnhof an. Der Architekt Alfred Grenander, ein Schwede, der fast die ganze frühe Berliner U-Bahn gestaltet hat, baute ihn 1913 neu, als sich hier gleich mehrere Linien kreuzten. Drinnen findest du noch alte Holzverkleidungen und Fahrkartenhäuschen. Und ein englisches Stationsschild im Stil der Londoner Underground, ein Geschenk aus London, so heißt es, zum fünfzigsten Geburtstag der Berliner U-Bahn 1952. Draußen am Bahnhof steht seit 1967 eine nüchterne Tafel mit den Namen von Konzentrationslagern, überschrieben mit den Worten Orte des Schreckens, die wir niemals vergessen dürfen.

Und jetzt das KaDeWe. 1907 eröffnete der Kaufmann Adolf Jandorf hier ein Warenhaus, damals noch fast am Stadtrand, in einer Gegend, die gerade erst bebaut wurde. Jandorf, Sohn einer jüdischen Familie, besaß schon mehrere einfachere Warenhäuser in Berlin, aber dieses sollte etwas Besonderes werden: Luxus für den neuen, wohlhabenden Westen. Alle hielten ihn für verrückt. Er behielt recht: Der Westen Berlins wuchs ihm entgegen, und bald fuhr die feine Gesellschaft zum Einkaufen hierher.

1927 übernahm der Konzern von Hermann Tietz das Haus, ein jüdisches Familienunternehmen. Nach 1933 wurde es den Eigentümern entrissen, arisiert, wie es damals hieß. Im November 1943 stürzte ein abgeschossenes amerikanisches Flugzeug in das Gebäude, und das Kaufhaus brannte aus. Erst 1950 öffneten die ersten Etagen wieder, und von da an wurde das KaDeWe zum Schaufenster des Westens, mitten in einer eingemauerten Stadt.

Berühmt ist vor allem die Feinschmeckeretage ganz oben, wo sich nach dem Mauerfall Ost-Berliner staunend vor Bergen von Obst und Käse drängten. Das KaDeWe ist eines der größten Kaufhäuser Europas, mit Abteilungen für alles vom Kaviar bis zum Kochtopf. Von hier aus geh die Ansbacher Straße ein kurzes Stück hinauf und dann links in die Budapester Straße, bis zwei steinerne Elefanten ein Dach auf dem Rücken tragen.

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