Elefantentor: Das Tor zum ältesten Zoo Deutschlands
Why is it significant?
Zwei Elefanten aus Sandstein knien vor dir, und auf ihren Rücken tragen sie ein buntes, geschwungenes Dach, rot und grün und gold, das aussieht wie aus einem chinesischen Tempel geborgt. Mitten im nüchternen Verkehr der Budapester Straße wirkt das herrlich übertrieben.
Key Facts
| Place | Elefantentor: Das Tor zum ältesten Zoo Deutschlands |
|---|---|
| Address | Budapester Straße 34, 10787 Berlin, Germany |
| Geo Coordinates | 52.50560, 13.33980 |
| Part of Walk | Ku'damm und City West: Berlins Schaufenster zwischen Ruine und Glas |
| Generated | Generated |
Zwei Elefanten aus Sandstein knien vor dir, und auf ihren Rücken tragen sie ein buntes, geschwungenes Dach, rot und grün und gold, das aussieht wie aus einem chinesischen Tempel geborgt. Mitten im nüchternen Verkehr der Budapester Straße wirkt das herrlich übertrieben.
Das ist das Elefantentor, einer der Eingänge zum Zoologischen Garten. Der Zoo wurde 1844 eröffnet und ist damit der älteste Zoo Deutschlands. Gegründet hat ihn der Naturforscher Martin Hinrich Lichtenstein, unterstützt von Alexander von Humboldt, und König Friedrich Wilhelm der Vierte stiftete dafür Land und Tiere. Die Tiere für den Anfang kamen größtenteils aus der königlichen Menagerie auf der Pfaueninsel, und das Gelände lag damals weit draußen, am Rand des Tiergartens. Um 1900 liebte man in Berlin exotische Architektur, und so bekamen viele Tierhäuser passende Kulissen: ein indischer Tempel für die Elefanten, ein arabisch anmutendes Haus für die Antilopen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der Zoo fast vollständig zerstört. Von Tausenden Tieren überlebten nur wenige Dutzend, darunter der Elefant Siam und das Flusspferd Knautschke, die für die Berliner zu Symbolen des Durchhaltens wurden. Auch das Elefantentor lag in Trümmern. Was du heute siehst, ist eine Rekonstruktion aus den 1980er-Jahren, nach alten Fotos und Plänen wieder aufgebaut.
Für West-Berlin war der Zoo dann so etwas wie die grüne Lunge der eingemauerten Stadt. Und 2007 drehte die halbe Welt durch wegen eines kleinen Eisbären namens Knut, der von seinem Pfleger mit der Flasche aufgezogen wurde. Es gab Knut-Plüschtiere, Knut-Lieder, Knut-Briefmarken, und die Besucherzahlen schossen in die Höhe. Als Knut 2011 mit nur vier Jahren starb, trauerte die Stadt, als hätte sie einen Prominenten verloren... was sie ja auch hatte.
Das Elefantentor zeigt dir schon das Motto dieses Spaziergangs: In der City West steht das Prächtige direkt neben dem Pragmatischen, das Wiederaufgebaute neben dem Neuen. Folge jetzt der Budapester Straße nach Westen zum Breitscheidplatz, wo sich vor einem Hochhaus mit Mercedesstern ein Brunnen aus Granit dreht.