Arkonaplatz

Why is it significant?

Auf einmal bist du mitten im Kiez: ein grüner Platz mit Spielplatz, Bänken und hohen Bäumen, ringsum Altbauten mit Stuck und Balkonen, unten kleine Läden und Cafés. Kinder schreien, Hunde bellen, jemand übt Gitarre bei offenem Fenster.

Key Facts

PlaceArkonaplatz
AddressArkonaplatz, 10435 Berlin, Germany
Geo Coordinates52.53730, 13.40100
Part of WalkFenster, Tunnel, Todesstreifen: Die Berliner Mauer an der Bernauer Straße und im Mauerpark
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Auf einmal bist du mitten im Kiez: ein grüner Platz mit Spielplatz, Bänken und hohen Bäumen, ringsum Altbauten mit Stuck und Balkonen, unten kleine Läden und Cafés. Kinder schreien, Hunde bellen, jemand übt Gitarre bei offenem Fenster. Kaum zu glauben, dass die Mauer keine zweihundert Meter von hier verlief.

Der Arkonaplatz ist nach Kap Arkona benannt, der Nordspitze der Insel Rügen. Und auch die Straßen ringsum tragen Namen aus dem Norden und Osten, Ruppiner, Granseer, Wolliner Straße, nach Orten in Brandenburg und Pommern. Das Viertel entstand in den Jahrzehnten nach dem Hobrecht-Plan von 1862, als Berlin sich in die Felder vor der Stadt hineinfraß und Mietskasernen mit Vorderhaus, Seitenflügel und Hinterhöfen hochzog, für die Arbeiter der neuen Fabriken.

In diesen Höfen lebten Familien eng gedrängt, oft mehrere Generationen in zwei Zimmern, die Toilette auf halber Treppe. Zu DDR-Zeiten verfiel vieles, weil der Staat lieber Plattenbauten am Stadtrand hochzog, als alte Häuser zu sanieren. Und wer hier wohnte, lebte im Schatten der Grenze, das Sperrgebiet direkt um die Ecke, Kontrollen inklusive. Besuch aus dem Westen? Nur mit Genehmigung, und auch dann wurde genau hingeschaut.

Nach der Wende kamen erst die Studenten, die Künstlerinnen und die Hausbesetzer, dann die jungen Familien, und mit ihnen die Sanierung. Heute ist der Arkonaplatz einer der gemütlichsten Plätze in Mitte. Regelmäßig gibt es hier einen kleinen Flohmarkt, viel entspannter als der große im Mauerpark, mit Kisten voller Schallplatten, DDR-Geschirr und alten Lampen. Die Alteingesessenen sagen mit leichtem Augenrollen, man müsse sich hier inzwischen eher vor Kinderwagen in Acht nehmen als vor der Volkspolizei.

Wenn du genau hinschaust, erkennst du an den Fassaden noch, welche Häuser früh saniert wurden und welche lange gewartet haben, an Farbe, Fenstern und Stuck. Der Platz ist ein kleines Lehrbuch Berliner Stadtgeschichte, aufgeschlagen zwischen zwei Sandkästen. Jetzt geh die Ruppiner Straße hinauf nach Norden, zurück zur Bernauer Straße. An der Ecke passierte zwei Tage nach dem Mauerbau etwas, das eines der berühmtesten Fotos des Kalten Krieges werden sollte.

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