Rambla del Raval: Boteros Katze und das alte Barri Xino
Why is it significant?
Am Ende dieser breiten Promenade mit Palmen und Bänken sitzt eine riesige, kugelrunde Bronzekatze mit Schnurrbart, so dick und zufrieden, dass sie aussieht, als hätte sie gerade den ganzen Markt leer gefressen.
Key Facts
| Place | Rambla del Raval: Boteros Katze und das alte Barri Xino |
|---|---|
| Address | Rambla del Raval, 08001 Barcelona, Spain |
| Geo Coordinates | 41.37880, 2.16910 |
| Part of Walk | Rambla und Raval: Barcelonas wilde Seite zwischen Boqueria, Liceu und Sant Pau del Camp |
| Generated | Generated |
Am Ende dieser breiten Promenade mit Palmen und Bänken sitzt eine riesige, kugelrunde Bronzekatze mit Schnurrbart, so dick und zufrieden, dass sie aussieht, als hätte sie gerade den ganzen Markt leer gefressen. Kinder klettern auf ihren Rücken, und ihr Schwanz ist von den vielen Händen schon ganz blank poliert.
Das ist El Gat, die Katze von Fernando Botero, dem kolumbianischen Bildhauer, der alles rund und üppig macht, Menschen, Pferde und eben Katzen. Die Stadt kaufte sie Ende der 1980er Jahre, und dann begann eine richtige Odyssee: Die Katze wurde mehrmals umgesetzt, stand jahrelang an verschiedenen Orten der Stadt, wie ein Streuner ohne festes Zuhause. Erst hier, in der neuen Rambla del Raval, durfte sie sich endgültig niederlassen.
Die Rambla selbst ist gar nicht alt. Sie wurde um das Jahr 2000 angelegt, und dafür riss man mehrere ganze Häuserblocks ab. Es war der größte Eingriff in das Raval seit Jahrhunderten: Licht und Luft für ein Viertel, in dem manche Wohnungen nie die Sonne sahen. Viele Nachbarn verloren dabei ihre Häuser, und bis heute wird darüber gestritten, wem die Erneuerung wirklich genützt hat.
Denn dieser südliche Teil des Raval hatte einen berüchtigten Namen: Barri Xino, das Chinesenviertel, obwohl hier kaum Chinesen lebten. Ein Journalist prägte den Namen in den 1920er Jahren, in Anlehnung an die Unterwelt amerikanischer Hafenstädte. Hier gab es Bars, Bordelle, Hafenarbeiter, Matrosen, Anarchisten. Ganz in der Nähe wurde 1923 der Gewerkschafter Salvador Seguí, genannt El Noi del Sucre, der Zuckerjunge, auf offener Straße erschossen, in einer Zeit, in der Pistoleros beider Seiten die Stadt in Angst hielten.
Heute hörst du hier Urdu, Tagalog, Arabisch und Katalanisch durcheinander. Das Raval ist eines der vielfältigsten Viertel Europas, und die Katze schaut dem Ganzen gelassen zu. Geh nun zum Carrer de Sant Pau und dort nach rechts. Nach wenigen Minuten stehst du vor einem kleinen, uralten Kloster in einem Garten.