Mercat de la Boqueria: Achthundert Jahre Markt an der Rambla

Why is it significant?

Riech einmal tief ein: reife Mangos, frischer Fisch auf Eis, Schinken, der von der Decke hängt, und irgendwo brutzelt Knoblauch in Olivenöl. Du stehst mitten in der Boqueria, unter einem hohen Eisendach, umgeben von Pyramiden aus Obst, Bergen von Pilzen und Händlern, die quer durch die Gänge rufen.

Key Facts

PlaceMercat de la Boqueria: Achthundert Jahre Markt an der Rambla
AddressLa Rambla 91, 08001 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.38170, 2.17160
Part of WalkRambla und Raval: Barcelonas wilde Seite zwischen Boqueria, Liceu und Sant Pau del Camp
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Riech einmal tief ein: reife Mangos, frischer Fisch auf Eis, Schinken, der von der Decke hängt, und irgendwo brutzelt Knoblauch in Olivenöl. Du stehst mitten in der Boqueria, unter einem hohen Eisendach, umgeben von Pyramiden aus Obst, Bergen von Pilzen und Händlern, die quer durch die Gänge rufen.

Ihr offizieller Name ist Mercat de Sant Josep, aber so nennt sie kaum jemand. Gehandelt wird an dieser Stelle schon seit dem Mittelalter. Aus dem Jahr 1217 stammen erste Nachrichten von Fleischtischen vor dem Stadttor an der Rambla, wo die Bauern aus dem Umland ihre Waren anboten, ohne Stadtzoll zu zahlen. Woher das Wort Boqueria kommt, ist umstritten. Eine beliebte Erklärung führt es auf boc zurück, den Ziegenbock, dessen Fleisch hier verkauft wurde.

Wo heute die Stände stehen, war bis 1835 ein Kloster der Karmeliter, dem heiligen Josef geweiht. In jenem Sommer zogen aufgebrachte Menschenmengen durch Barcelona und steckten mehrere Klöster in Brand. Auf dem frei gewordenen Gelände entstand ab 1840 ein richtiger Markt, zunächst unter freiem Himmel mit Säulengängen, und erst 1914 kam das große Eisendach dazu, das du über dir siehst.

Und jetzt das Wichtigste: essen! Die Barceloniner kaufen hier tatsächlich ein, auch wenn sich die Touristen in den ersten Gängen drängen. Geh deshalb ruhig weiter nach hinten, wo die Fischhändler sitzen und die Stände mit Bacallà, gesalzenem Stockfisch, in allen Varianten. An den kleinen Theken frühstücken Marktleute schon morgens um acht mit Kichererbsen, Tintenfisch und einem Glas Wein... esmorzar de forquilla nennen die Katalanen das, das Gabelfrühstück.

Ein kleiner Tipp unter Freunden: Fotografieren ist erlaubt, aber kaufen ist freundlicher. Ein Becher Obst oder ein paar Oliven, und die Händlerinnen erzählen dir oft mehr als jeder Reiseführer. Geh jetzt wieder hinaus auf die Rambla und dort nach rechts, Richtung Meer. Schon nach wenigen Schritten trittst du auf ein Kunstwerk... ohne es zu merken.

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