Antic Hospital de la Santa Creu: Wo Gaudí starb
Why is it significant?
Tritt durch das Tor, und plötzlich wird es leise. Vor dir liegt ein Garten mit Orangenbäumen, gesäumt von gotischen Bögen, Bänken und einer barocken Säule mit einem Kreuz... der Lärm des Raval bleibt draußen wie hinter einer dicken Tür.
Key Facts
| Place | Antic Hospital de la Santa Creu: Wo Gaudí starb |
|---|---|
| Address | Carrer de l'Hospital 56, 08001 Barcelona, Spain |
| Geo Coordinates | 41.38070, 2.16990 |
| Part of Walk | Rambla und Raval: Barcelonas wilde Seite zwischen Boqueria, Liceu und Sant Pau del Camp |
| Generated | Generated |
Tritt durch das Tor, und plötzlich wird es leise. Vor dir liegt ein Garten mit Orangenbäumen, gesäumt von gotischen Bögen, Bänken und einer barocken Säule mit einem Kreuz... der Lärm des Raval bleibt draußen wie hinter einer dicken Tür.
Das ist das Antic Hospital de la Santa Creu, das alte Spital vom Heiligen Kreuz. Im Jahr 1401 legte die Stadt sechs kleine, verstreute Spitäler zu einem großen zusammen, und daraus entstand eines der ältesten erhaltenen Krankenhausgebäude Europas. Die langen Säle mit ihren mächtigen Spitzbögen waren Krankenstationen, in denen Hunderte Betten nebeneinander standen.
Mehr als fünfhundert Jahre lang starben und genasen hier die Armen der Stadt. Und hier endet auch eine der traurigsten Geschichten Barcelonas. Am 7. Juni 1926 wurde ein alter Mann in abgetragener Kleidung an der Gran Via von einer Straßenbahn erfasst. Niemand erkannte ihn, man hielt ihn für einen Bettler und brachte ihn in dieses Armenspital. Erst später merkte man, wer er war: Antoni Gaudí, der Architekt der Sagrada Família. Er starb hier am 10. Juni 1926... im selben Jahr, in dem das Spital in den neuen Bau von Sant Pau umzog.
Heute füllen keine Betten mehr die gotischen Säle, sondern Bücher. Seit 1940 sitzt hier die Biblioteca de Catalunya, die Nationalbibliothek Kataloniens, mit Lesesälen unter Bögen, die ein halbes Jahrtausend alt sind. Im Hof daneben, im Haus der Genesenden, erzählen bunte Kachelbilder Geschichten von Heiligen, und in der früheren Chirurgenschule wartet ein runder Hörsaal aus dem 18. Jahrhundert, mit einem Marmortisch in der Mitte, auf dem einst vor Publikum seziert wurde.
Setz dich ruhig einen Moment unter die Orangenbäume. Rundherum sitzen Studenten, Rentner und Nachbarn, und kaum einer denkt daran, wie viele Menschen hier ihre letzten Tage verbracht haben. Geh dann durch den hinteren Ausgang hinaus, an der Rückseite einer großen Markthalle vorbei, bis du mitten im Gedränge der Boqueria stehst.