Moll de Pescadors und Torre del Rellotge: Wo der Fang ankommt
Why is it significant?
Riechst du das? Salz, Diesel, nasses Holz und ein Hauch von Fisch. Vor dir liegen bunte Fischerboote mit Netzen und Kisten an Deck, und darüber ragt ein schlanker, heller Turm mit einer Uhr auf: die Torre del Rellotge, der Uhrturm des Fischerkais.
Key Facts
| Place | Moll de Pescadors und Torre del Rellotge: Wo der Fang ankommt |
|---|---|
| Address | Moll de Pescadors, 08039 Barcelona, Spain |
| Geo Coordinates | 41.37490, 2.18580 |
| Part of Walk | Barceloneta und Port Vell: Barcelonas Hafen, Fischerviertel und Strand zum Schmecken |
| Generated | Generated |
Riechst du das? Salz, Diesel, nasses Holz und ein Hauch von Fisch. Vor dir liegen bunte Fischerboote mit Netzen und Kisten an Deck, und darüber ragt ein schlanker, heller Turm mit einer Uhr auf: die Torre del Rellotge, der Uhrturm des Fischerkais.
Der Turm war ursprünglich ein Leuchtturm, gebaut im 18. Jahrhundert, als der Hafen noch hier endete. Doch Barcelona schob seine Molen immer weiter ins Meer hinaus, das Licht stand plötzlich zu weit drinnen und wurde überflüssig. Statt ihn abzureißen, setzte man ihm eine Uhr auf, und seitdem zeigt er den Fischern die Zeit statt den Weg.
Dieser Kai ist bis heute in Betrieb. Wenn die Boote am Nachmittag zurückkehren, wird der Fang in der Fischhalle der Fischerzunft versteigert, an Händler und Restaurants, die schnell sein müssen. Denn für die Fischer zählt jede Stunde: Was heute gefangen wird, soll heute noch verkauft sein. Seehecht, Rotbarben, Sardinen, Kalmar, Garnelen... alles, was du am Abend in der Barceloneta auf dem Teller findest, kann wenige Stunden vorher genau hier angekommen sein. Für Besucher ist die Halle meist nicht zugänglich, aber vom Kai aus siehst du das Treiben oft trotzdem.
Und was aßen die Fischer selbst? Nicht die teuren Fische, die gingen in den Verkauf. An Bord kochten sie den Rest: kleine, grätige Felsfische, ein paar Kartoffeln, Knoblauch, Öl, einen Schuss Wein, alles in einem Topf. Kam noch Reis dazu, wurde daraus ein arròs a la marinera, Reis nach Seemannsart. Daraus wurde der suquet de peix, der Fischeintopf der katalanischen Küste, heute in feinen Restaurants serviert und doch ein Arme-Leute-Essen geblieben, das nach Meer schmeckt.
Bleib einen Moment stehen und schau den Männern zu, die Netze flicken. Das ist eine der letzten Szenen in Barcelona, die nicht für Touristen gemacht ist. Geh jetzt weiter am Wasser entlang nach Süden, die Promenade des Passeig de Joan de Borbó hinunter, bis zum Ende der Barceloneta, wo ein Stahlturm aufragt, an dem Seile hängen.