Carrer de Sant Carles: Das Raster von 1753

Why is it significant?

Schau einmal die Gasse hinunter: lang, schmal und völlig gerade, links und rechts schmale Häuser mit kleinen Balkonen, auf denen Wäsche flattert, und am Ende blitzt das Meer. Dann schau in die nächste Querstraße... und die übernächste. Sie sehen alle fast gleich aus. Das ist kein Zufall.

Key Facts

PlaceCarrer de Sant Carles: Das Raster von 1753
AddressCarrer de Sant Carles 6, 08003 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.37890, 2.18860
Part of WalkBarceloneta und Port Vell: Barcelonas Hafen, Fischerviertel und Strand zum Schmecken
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Schau einmal die Gasse hinunter: lang, schmal und völlig gerade, links und rechts schmale Häuser mit kleinen Balkonen, auf denen Wäsche flattert, und am Ende blitzt das Meer. Dann schau in die nächste Querstraße... und die übernächste. Sie sehen alle fast gleich aus.

Das ist kein Zufall. Die Barceloneta ist das erste Viertel Barcelonas, das am Reißbrett geplant wurde, von Militäringenieuren, ab 1753. Der Grund dafür war bitter. Nach der Eroberung Barcelonas 1714 ließ der neue König eine riesige Festung bauen, die Ciutadella, und dafür wurde ein großer Teil des alten Viertels La Ribera abgerissen. Tausende Menschen verloren ihr Zuhause, und viele lebten jahrzehntelang in Baracken am Strand, bis man ihnen hier, auf angeschwemmtem Land, ein neues Viertel baute.

Und das Raster hat eine Logik. Die Blocks sind lang und extrem schmal, damit jedes Haus Sonne und Luft bekommt, eine fast aufklärerische Idee. Ursprünglich durften die Häuser nur zwei Etagen hoch sein. Es heißt, die Kanonen der Festung sollten freies Schussfeld über die Dächer behalten... die Stadt sollte wissen, wer hier das Sagen hatte. Im 19. Jahrhundert wurden die Häuser aufgestockt und in winzige Wohnungen aufgeteilt, viele kaum dreißig Quadratmeter groß.

In diesen Mini-Wohnungen hatte niemand Platz für ein großes Esszimmer. Also wurde draußen gelebt, gegessen und gefeiert, auf der Straße, in den Bars an der Ecke, am Strand. Die Familien der Fischer und Hafenarbeiter kochten mit dem, was übrig blieb: kleine Fische, Tintenfisch, Muscheln, Kartoffeln. Daraus entstand eine Küche der Tapas und der kleinen Portionen, die heute die ganze Welt kennt.

Hier in der Gasse steht ein Haus, das als eines der ältesten erhaltenen des Viertels gilt, heute ein kleines Kulturzentrum mit der Jahreszahl 1761 im Namen. Wenn du an den alten Fassaden entlanggehst, achte auf die Unterschiede: unten das ursprüngliche Haus, darüber die Stockwerke, die später dazukamen. Folge jetzt den Gassen Richtung Hafen hinunter zum Moll de Pescadors, wo ein schlanker alter Turm mit einer Uhr steht.

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