El Cap de Barcelona: Lichtensteins grinsender Kopf
Why is it significant?
Mitten auf der Promenade steht ein gewaltiger Kopf, höher als ein Haus, bunt wie ein Comicheft: blonde Haare, ein roter Mund, Rasterpunkte, schwarze Umrisse. Er scheint dich anzulächeln, oder vielleicht ein bisschen auszulachen.
Key Facts
| Place | El Cap de Barcelona: Lichtensteins grinsender Kopf |
|---|---|
| Address | Passeig de Colom, 08002 Barcelona, Spain |
| Geo Coordinates | 41.38090, 2.18250 |
| Part of Walk | Barceloneta und Port Vell: Barcelonas Hafen, Fischerviertel und Strand zum Schmecken |
| Generated | Generated |
Mitten auf der Promenade steht ein gewaltiger Kopf, höher als ein Haus, bunt wie ein Comicheft: blonde Haare, ein roter Mund, Rasterpunkte, schwarze Umrisse. Er scheint dich anzulächeln, oder vielleicht ein bisschen auszulachen.
Das ist El Cap de Barcelona, der Kopf von Barcelona, vom amerikanischen Pop-Art-Künstler Roy Lichtenstein. Er entstand für das Olympiajahr 1992, als die Stadt Künstler aus aller Welt einlud, ihr neu geöffnetes Ufer zu gestalten. Lichtenstein kannte man für seine riesigen Comicbilder mit weinenden Blondinen und Sprechblasen, und hier hat er eine davon in die dritte Dimension geholt. Er war damals fast siebzig und längst einer der berühmtesten Künstler der Welt, und trotzdem hat er sich für einen Kai in Barcelona so viel Mühe gegeben, als wäre es sein erstes Werk.
Geh näher heran und schau dir die Oberfläche an. Der Kopf ist mit Keramikstücken verkleidet, eine augenzwinkernde Verbeugung vor Gaudí und seinem trencadís, den bunten Scherbenmosaiken. Ein Amerikaner aus New York, der einem Katalanen aus Reus seine Reverenz erweist, mitten auf dem Weg zum Meer. Das ist typisch für das Barcelona der frühen Neunziger: Es wollte gleichzeitig international und ganz und gar es selbst sein.
Und jetzt, versprochen, wird es wieder kulinarisch. Hinter dir, auf der anderen Seite der Straße, beginnt das Viertel La Ribera, in dem jahrhundertelang Händler, Seeleute und Fischverkäufer lebten. Was im Hafen ankam, wurde hier verkauft, gesalzen, gelagert und gekocht. In kleinen Läden roch es nach Zimt, Pfeffer, geröstetem Kaffee und Stockfisch, und die Köchinnen der Stadt kamen von weit her, um hier einzukaufen. Die Seeleute brachten nicht nur Waren mit, sondern auch Rezepte, und so mischt die Hafenküche Barcelonas bis heute Fisch aus dem Mittelmeer mit Gewürzen und Zutaten aus aller Welt.
Wenn du genau hinsiehst, sind die Augen des Kopfes leer, als würde er träumen. Manche sagen, er schaue sehnsüchtig aufs Meer, andere, er beobachte einfach die Touristen. Die Barceloniner haben sich an ihn gewöhnt wie an einen Nachbarn, der jeden Morgen grüßt. Überquer jetzt die Straße und geh nach rechts zu den langen, eleganten Arkaden mit Medaillons und Reliefs.