Porxos d'en Xifré: Reichtum aus Übersee und der Reis des feinen Herrn

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Du stehst unter langen, hohen Arkaden, deren Bögen ein ganzes Häusergeviert umlaufen. Schau nach oben an die Fassade: Medaillons mit Köpfen von Seefahrern und Entdeckern, Reliefs mit Göttern, Schiffen und Handelswaren, ein ganzes Bilderbuch des Reichtums.

Key Facts

PlacePorxos d'en Xifré: Reichtum aus Übersee und der Reis des feinen Herrn
AddressPasseig d'Isabel II 14, 08003 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.38210, 2.18380
Part of WalkBarceloneta und Port Vell: Barcelonas Hafen, Fischerviertel und Strand zum Schmecken
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Du stehst unter langen, hohen Arkaden, deren Bögen ein ganzes Häusergeviert umlaufen. Schau nach oben an die Fassade: Medaillons mit Köpfen von Seefahrern und Entdeckern, Reliefs mit Göttern, Schiffen und Handelswaren, ein ganzes Bilderbuch des Reichtums. Die Bögen spenden Schatten und waren früher voller Läden, Kontore und Cafés.

Das sind die Porxos d'en Xifré, die Arkaden des Herrn Xifré. Josep Xifré war ein Katalane, der jung nach Amerika ging und vor allem auf Kuba ein riesiges Vermögen machte. Als er zurückkam, ließ er sich ab 1836 dieses prachtvolle Wohn- und Geschäftshaus bauen, direkt am Hafen, so dass jeder, der ankam, sofort sah, was Übersee aus einem Mann machen konnte. Solche Heimkehrer nannte man in Katalonien indianos.

Und unter diesen Bögen öffnete 1836 ein Lokal, das bis heute existiert: das Set Portes, die sieben Türen, eines der ältesten Restaurants der Stadt. Es ist berühmt für seine Reisgerichte, und eines davon hat eine herrliche Geschichte. Erzählt wird, ein Stammgast namens Parellada, ein feiner Herr, habe es satt gehabt, sich beim Essen die Finger an Krabbenschalen und Gräten schmutzig zu machen. Also bekam er seinen Reis mit Meeresfrüchten, die schon geschält und entgrätet waren. So entstand das arròs Parellada.

In ganz Katalonien gibt es dazu einen Verwandten mit einem noch schöneren Namen: arròs del senyoret, der Reis des feinen Herrchens. Alles ist geschält, alles mundgerecht, du musst nur die Gabel heben. Fischer würden darüber den Kopf schütteln, denn für sie gehört das Pulen, Saugen und Knacken zum Vergnügen dazu. Aber wer will schon im Anzug mit Garnelen ringen? Probier es ruhig einmal, an einem Tag, an dem du nicht schmutzig werden willst.

Die Pracht dieser Arkaden hat eine Kehrseite, über die man heute offener spricht. Viele Vermögen der indianos stammten aus einer kolonialen Wirtschaft, die auf Zuckerrohr, Tabak und Sklavenarbeit beruhte. Die Medaillons erzählen nur die glänzende Hälfte der Geschichte. Geh jetzt nach rechts Richtung Barceloneta, bis du vor einem langen Backsteinbau mit Terrassen voller Tische und Sonnenschirme stehst.

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