Passeig de Gràcia: Falqués-Laternen und Gaudís Meeres-Pflaster

Why is it significant?

Setz dich einen Moment auf eine dieser Bänke: Aus ihrer Mitte wächst eine schmiedeeiserne Laterne, und der Sockel ist mit bunten Keramikscherben überzogen. Unter deinen Füßen liegen sechseckige, grau-grüne Bodenplatten mit Reliefs.

Key Facts

PlacePasseig de Gràcia: Falqués-Laternen und Gaudís Meeres-Pflaster
AddressPasseig de Gràcia / Gran Via de les Corts Catalanes, 08007 Barcelona, Spain
Geo Coordinates41.38970, 2.16750
Part of WalkGaudí und der Modernisme in Barcelona: vom Passeig de Gràcia zur Sagrada Família
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Setz dich einen Moment auf eine dieser Bänke: Aus ihrer Mitte wächst eine schmiedeeiserne Laterne, und der Sockel ist mit bunten Keramikscherben überzogen. Unter deinen Füßen liegen sechseckige, grau-grüne Bodenplatten mit Reliefs. Willkommen auf dem Passeig de Gràcia, der vornehmsten Straße Barcelonas.

Die Bank-Laternen entwarf um 1906 Pere Falqués, Architekt der Stadtverwaltung. Er war kein Star wie Gaudí, eher ein Beamter mit Sinn für Schönheit, aber er hat dieser Straße ihre Möbel gegeben. Das Scherbenmosaik, der Trencadís, war damals das Markenzeichen des Modernisme: Man zerschlug Fliesen und setzte die Stücke neu zusammen, sodass sich die Keramik auch um Rundungen legen konnte.

Jetzt schau nach unten. Diese Sechsecke sind die Panots von Gaudí. Er entwarf sie ursprünglich für die Casa Batlló, verlegt wurden sie dann in der Casa Milà, und heute pflastern sie den ganzen Passeig. Die Motive stammen aus dem Meer: ein Seestern, eine Schnecke, eine Alge. Und wenn du drei Platten zusammen ansiehst, fügen sich die Reliefs zu einem größeren Muster. Im Rest der Stadt liegen dagegen meist Panots mit einer vierblättrigen Blume, die so typisch für Barcelona ist, dass man sie als Souvenir kaufen kann.

Vor gut hundertsechzig Jahren war hier noch ein staubiger Landweg, der Camí de Jesús, der vor den Stadtmauern zum Dorf Gràcia führte, zwischen Feldern, Gärten und Ausflugslokalen. Erst mit dem Eixample wurde daraus ein Boulevard, und Gràcia selbst wurde 1897 eingemeindet. Wer es sich leisten konnte, zog von der engen Altstadt hierher, und die Fassaden wurden zum Schaufenster des Reichtums.

Kleiner Tipp für den Rest des Weges: Schau nicht nur auf die Häuser, sondern auch auf Gitter, Türklopfer und Bodenplatten. Im Modernisme war nichts zu klein, um schön zu sein. Geh jetzt den Passeig hinauf bis zum Block zwischen der Carrer del Consell de Cent und der Carrer d'Aragó: Dort stehen drei Häuser, die sich seit über hundert Jahren streiten.

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