Zeedijk 1: Das Holzhaus und die Affen
Why is it significant?
Am Anfang des Zeedijk, gleich an der Ecke, steht ein Haus mit dunkler Holzfassade, das sich leicht nach vorn neigt, als wolle es dir etwas zuflüstern. Es ist eines von nur zwei Holzhäusern, die im alten Amsterdam überlebt haben, gebaut um 1550, als Karl V. noch über die Niederlande herrschte.
Key Facts
| Place | Zeedijk 1: Das Holzhaus und die Affen |
|---|---|
| Address | Zeedijk 1, 1012 AN Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.37630, 4.90010 |
| Part of Walk | Amsterdams Altstadt: Dam, Oude Kerk und die versteckte Kirche unterm Dach |
| Generated | Generated |
Am Anfang des Zeedijk, gleich an der Ecke, steht ein Haus mit dunkler Holzfassade, das sich leicht nach vorn neigt, als wolle es dir etwas zuflüstern. Es ist eines von nur zwei Holzhäusern, die im alten Amsterdam überlebt haben, gebaut um 1550, als Karl V. noch über die Niederlande herrschte.
Warum so wenige? Weil Amsterdam einst fast ganz aus Holz bestand und immer wieder brannte. Nach den großen Stadtbränden des 15. Jahrhunderts verlangte die Stadt nach und nach Stein statt Holz, und die hölzernen Fassaden verschwanden eine nach der anderen. Dieses Haus und sein Zwilling im Begijnhof sind die letzten Zeugen jener hölzernen Stadt. Das Vorneigen der Fassade hatte übrigens einen praktischen Grund: So konnte man Waren mit dem Seil nach oben ziehen, ohne dass sie gegen die Mauer schlugen.
Im Erdgeschoss ist eine alte Seemannskneipe, In 't Aepjen, Im Äffchen, und ihr Name verweist auf eine Legende. Im 17. Jahrhundert sollen Matrosen, die ihre Zeche nicht bezahlen konnten, mit Affen bezahlt haben, die sie aus den Tropen mitgebracht hatten. Bald war das Haus angeblich voller Affen, und mit den Affen kamen die Flöhe. Daher, so erzählt man, stammt die niederländische Redensart in de aap gelogeerd zijn, beim Affen übernachtet haben, für jemanden, der ordentlich in der Klemme steckt.
Der Zeedijk selbst war einmal der Deich, der die junge Stadt vor dem Wasser schützte, später eine Straße der Seeleute mit Herbergen und Kneipen. In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde er zum Zentrum des Heroinhandels, eine Straße, die viele Amsterdamer mieden. Anwohner und Stadt haben ihn danach Haus für Haus zurückerobert, und weiter südlich liegt heute Amsterdams Chinatown mit einem buddhistischen Tempel.
Folge jetzt dem Zeedijk, der sich in einer langen Kurve nach Süden windet, bis er auf einen weiten Platz mündet. Dort steht ein Gebäude mit runden Türmen und spitzen Hauben, wie eine kleine Burg mitten auf dem Markt.