Oude Kerk: Das älteste Gebäude der Stadt
Why is it significant?
Vor dir steht die Oude Kerk, die Alte Kirche, ein gotischer Riese aus Backstein, um den sich kleine Häuschen drängen wie Küken um eine Henne. Sie ist das älteste Gebäude Amsterdams, und rund um ihren Turm schlägt das Herz der Stadt seit über siebenhundert Jahren.
Key Facts
| Place | Oude Kerk: Das älteste Gebäude der Stadt |
|---|---|
| Address | Oudekerksplein 23, 1012 GX Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.37420, 4.89820 |
| Part of Walk | Amsterdams Altstadt: Dam, Oude Kerk und die versteckte Kirche unterm Dach |
| Generated | Generated |
Vor dir steht die Oude Kerk, die Alte Kirche, ein gotischer Riese aus Backstein, um den sich kleine Häuschen drängen wie Küken um eine Henne. Sie ist das älteste Gebäude Amsterdams, und rund um ihren Turm schlägt das Herz der Stadt seit über siebenhundert Jahren.
Angefangen hat alles wohl mit einer kleinen Holzkapelle im 13. Jahrhundert. 1306 wurde dann eine Kirche geweiht, dem heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Seeleute. Über die Jahrhunderte wuchs sie in alle Richtungen, Kapelle für Kapelle, so wie die Stadt mitwuchs. Im Bildersturm von 1566 und nach der Reformation von 1578 verlor sie Altäre und Heiligenbilder, und die bunten Wände wurden weiß gekalkt. Das hölzerne Gewölbe im Inneren stammt aus dem 15. Jahrhundert und gilt als eines der größten mittelalterlichen Holzgewölbe Europas.
Der Boden der Kirche ist ein einziger Friedhof: Rund zweitausendfünfhundert Grabplatten bedecken ihn, und darunter liegen Zehntausende Amsterdamer. Eine von ihnen ist Saskia van Uylenburgh, Rembrandts Frau, die 1642 hier beigesetzt wurde. Auch Jan Pieterszoon Sweelinck ruht hier, Organist und Komponist, zu dem so viele junge Musiker aus Norddeutschland in die Lehre kamen, dass man ihn den Organistenmacher nannte. Seine Orgel gibt es nicht mehr, doch die große Orgel von 1724 stammt aus der Werkstatt des deutschen Orgelbauers Christian Vater.
Und dann ist da die Nachbarschaft. Die Oude Kerk steht mitten in den Wallen, dem ältesten Teil der Stadt, in dem Seeleute seit Jahrhunderten Kneipen, Herbergen und Bordelle fanden. Kirche und Rotlichtviertel leben hier seit jeher Wand an Wand, und Amsterdam hat diese Nachbarschaft nie verdrängt, sondern zu regeln versucht. Im Pflaster neben der Kirche liegt eine kleine Bronzefigur namens Belle, gewidmet den Frauen, die hier arbeiten, mit der Bitte, Sexarbeiterinnen überall auf der Welt mit Respekt zu begegnen.
Geh jetzt ein paar Schritte weiter nach Norden an der Oudezijds Voorburgwal, bis zur Nummer 40. Von außen ein ganz gewöhnliches Grachtenhaus... aber unter seinem Dach verbirgt sich ein Geheimnis.