Amsterdam Centraal: Der Bahnhof auf drei Inseln
Why is it significant?
Dreh dich auf dem Stationsplein um und schau dir den Bahnhof an: roter Backstein, zwei Türme, Giebel, goldene Verzierungen und eine Fassade, so lang, dass sie eher wie ein Palast wirkt. Kommt sie dir bekannt vor?
Key Facts
| Place | Amsterdam Centraal: Der Bahnhof auf drei Inseln |
|---|---|
| Address | Stationsplein, 1012 AB Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.37890, 4.90060 |
| Audio Duration | ~2 min |
| Part of Walk | Amsterdams Altstadt: Dam, Oude Kerk und die versteckte Kirche unterm Dach |
| Generated | Generated |
Dreh dich auf dem Stationsplein um und schau dir den Bahnhof an: roter Backstein, zwei Türme, Giebel, goldene Verzierungen und eine Fassade, so lang, dass sie eher wie ein Palast wirkt. Kommt sie dir bekannt vor? Dann vielleicht, weil derselbe Architekt auch das Rijksmuseum gebaut hat: Pierre Cuypers. An seiner Seite arbeitete der Ingenieur A. L. van Gendt, der wenig später das Concertgebouw entwarf. Eröffnet wurde Amsterdam Centraal am 15. Oktober 1889, und der ganze Bau steht auf drei künstlichen Inseln im IJ, dem breiten Wasser, an dem die Stadt groß geworden ist. Darunter stecken 8.687 Holzpfähle im weichen Boden. Den Sand für die Inseln holte man aus den Dünen bei Velsen, wo gerade der Nordseekanal gegraben wurde, zwei Großbaustellen, die sich gegenseitig fütterten. Viele Amsterdamer waren entsetzt. Seit dem Mittelalter hatte die Stadt mit dem Gesicht zum Wasser gelebt, mit Blick auf den Hafen und die Schiffe, die ihren Reichtum brachten. Nun schob sich ein riesiger Riegel zwischen Altstadt und IJ, und die Stadt kehrte dem Hafen buchstäblich den Rücken zu. Erst in den letzten Jahrzehnten hat Amsterdam sein Ufer zurückerobert: Hinter dem Bahnhof legen heute kostenlose Fähren nach Amsterdam-Noord ab. Dazu kam der Streit um den Stil: Cuypers war Katholik und liebte die Neugotik, und manche protestantischen Kritiker spotteten, er baue lauter Kathedralen. Schau dir die Fassade genauer an. Wappen, Reliefs und Figuren erzählen von Handel, Seefahrt und Verkehr. Und in einem der beiden Türme zeigt das Zifferblatt keine Uhrzeit, sondern die Windrichtung, ein Erbe der Hafenstadt, in der der Wind über Ankunft und Abfahrt entschied. Man erzählt gern, der Hauptbahnhof von Tokio sei nach diesem Vorbild entstanden. Architekturhistoriker sind da allerdings skeptisch. Vor dir öffnet sich der Damrak. Früher war das ein offener Hafenarm der Amstel, in den die Schiffe bis tief in die Stadt hineinfuhren. Folge ihm geradeaus nach Süden, bis links ein langer, strenger Backsteinbau mit einem schlanken Turm auftaucht.