OBA Oosterdok: Das Wohnzimmer der Stadt
Why is it significant?
Schau an dem hellen Bau hinauf: eine glatte Fassade, große Fensterflächen, und ganz oben ragt das Dach weit über die Kante hinaus wie der Schirm einer Mütze.
Key Facts
| Place | OBA Oosterdok: Das Wohnzimmer der Stadt |
|---|---|
| Address | Oosterdokskade 143, 1011 DL Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.37620, 4.90820 |
| Part of Walk | Amsterdam am Wasser: Östliche Hafeninseln, NEMO und die Python-Brücke |
| Generated | Generated |
Schau an dem hellen Bau hinauf: eine glatte Fassade, große Fensterflächen, und ganz oben ragt das Dach weit über die Kante hinaus wie der Schirm einer Mütze. Wenn du hineingehst, fahren Rolltreppen durch ein offenes, lichtes Atrium nach oben, Stockwerk um Stockwerk, und überall sitzen Menschen: Studenten mit Laptops, Rentner mit Zeitungen, Kinder auf Sitzkissen.
Das ist die OBA, die Openbare Bibliotheek Amsterdam, die Zentrale der städtischen Bibliotheken. Als sie 2007 eröffnete, wurde sie als größte öffentliche Bibliothek Europas gefeiert. Entworfen hat sie Jo Coenen, der einige Jahre lang Rijksbouwmeester war, oberster Architekt des niederländischen Staates. Merk dir den Namen: Coenen begegnet dir auf diesem Spaziergang noch einmal, weiter östlich auf dem KNSM-eiland.
Die Idee dahinter: eine Bibliothek nicht als stiller Tempel für Bücherwürmer, sondern als Wohnzimmer der ganzen Stadt. Es gibt Arbeitsplätze und Leseecken, Musik, Computer, Ausstellungen, Bereiche für Kinder, und ganz oben ein Restaurant mit Terrasse. Von dort liegt dir Amsterdam zu Füßen: die Dächer der Altstadt, die Masten der Schiffe im Oosterdok und jenseits des IJ der Norden mit seinen neuen Türmen. Viele kommen nur wegen dieser Aussicht... und bleiben dann doch bei einem Buch hängen.
Der Boden, auf dem du stehst, war bis vor wenigen Jahrzehnten ein ganz anderer Ort. Das Oosterdokseiland, die Insel östlich des Hauptbahnhofs, war lange ein Gelände für Bahn und Post, abgeschnitten von der Stadt, ein Ort, an den man nur zum Arbeiten kam. Erst um die Jahrtausendwende begann man, hier einen neuen Stadtteil mit Büros, Wohnungen, Hotels und dieser Bibliothek zu bauen. Die Bibliothek wurde zu seinem Herzstück.
Ein schönes Paradox: Ausgerechnet in einer Zeit, in der alle sagten, das Internet mache Bibliotheken überflüssig, baute Amsterdam die größte, die es je hatte, und sie ist fast immer voll. Geh jetzt hinüber zum Ufer des IJ und dann nach Osten, bis vor dir ein großer gläserner Kasten auf einer Landzunge im Wasser steht.