KNSM-eiland: Piraeus und die Schiffe nach Süden
Why is it significant?
Vor dir steht ein mächtiger Wohnblock aus dunklem Klinker, dessen Dachlinie an einer Seite abknickt und ansteigt, als hätte jemand an einer Ecke gezogen. Lange Fensterreihen, dahinter ein großer Innenhof. Das ist Piraeus, und schon der Name verrät, wohin von hier aus einmal die Schiffe fuhren.
Key Facts
| Place | KNSM-eiland: Piraeus und die Schiffe nach Süden |
|---|---|
| Address | KNSM-laan, 1019 Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.37690, 4.93950 |
| Part of Walk | Amsterdam am Wasser: Östliche Hafeninseln, NEMO und die Python-Brücke |
| Generated | Generated |
Vor dir steht ein mächtiger Wohnblock aus dunklem Klinker, dessen Dachlinie an einer Seite abknickt und ansteigt, als hätte jemand an einer Ecke gezogen. Lange Fensterreihen, dahinter ein großer Innenhof. Das ist Piraeus, und schon der Name verrät, wohin von hier aus einmal die Schiffe fuhren.
Die Insel trägt den Namen der Koninklijke Nederlandsche Stoomboot-Maatschappij, der Königlich Niederländischen Dampfschiff-Gesellschaft, kurz KNSM. Die Gesellschaft war 1856 gegründet worden und wurde zu einer der großen Reedereien des Landes. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts hatte sie hier ihren Heimathafen. Ihre Schiffe fuhren ins Mittelmeer und in die Levante und über den Atlantik nach Surinam und in die Karibik. Deshalb heißen die Kais hier Levantkade und Surinamekade, und ein Wohnblock nebenan heißt Barcelona.
Mit der Zeit der Container war es damit vorbei. Die Schifffahrt zog in größere, modernere Häfen, die Hallen standen leer, und in den 1980er-Jahren zogen Künstler und Hausbesetzer ein. Sie lebten in alten Büros und Kantinen, richteten Ateliers und Werkstätten ein und feierten Feste am Kai. Als die Bagger kamen, gab es Streit, und am Ende überlebten ein paar der alten Gebäude den Umbau.
Den Plan für die neue Insel zeichnete Jo Coenen, derselbe Architekt wie bei der Bibliothek am Oosterdok. Er setzte auf das Gegenteil von Java: keine kleinen, schmalen Häuser, sondern große, monumentale Blöcke, die mit dem weiten Wasser und dem riesigen Himmel mithalten können. Piraeus, entworfen von dem Berliner Architekten Hans Kollhoff, ist das berühmteste Beispiel, fertiggestellt Mitte der 1990er-Jahre. Kollhoff ließ den Block nicht stur rechteckig, sondern faltete und hob ihn, damit Licht und Ausblicke für alle bleiben.
Achte auf die Größe: Ein einziger dieser Blöcke hat mehr Wohnungen als manches Dorf. Und doch fühlt sich die Insel ruhig an, fast wie am Meer, mit Wind, Möwen und weitem Blick über das Wasser. Geh jetzt zurück nach Westen und über den Damm nach Süden, bis an der Oostelijke Handelskade ein großes, ernstes Backsteingebäude vor dir steht.