Java-eiland: Grachtenhäuser des 21. Jahrhunderts

Why is it significant?

Bleib auf einer der kleinen Brücken stehen und schau nach links und rechts: Eine schmale Gracht schneidet quer durch die Insel, gesäumt von hohen, schmalen Häusern, jedes ein bisschen anders, mit großen Fenstern, Balkonen und ungewohnten Farben.

Key Facts

PlaceJava-eiland: Grachtenhäuser des 21. Jahrhunderts
AddressJava-eiland, 1019 Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.37810, 4.93100
Part of WalkAmsterdam am Wasser: Östliche Hafeninseln, NEMO und die Python-Brücke
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Bleib auf einer der kleinen Brücken stehen und schau nach links und rechts: Eine schmale Gracht schneidet quer durch die Insel, gesäumt von hohen, schmalen Häusern, jedes ein bisschen anders, mit großen Fenstern, Balkonen und ungewohnten Farben. Es wirkt wie die Altstadt im Kleinformat, nur dass hier kaum etwas älter ist als dreißig Jahre.

Das Java-eiland ist eine künstliche Insel, um 1900 im IJ angelegt für eine Reederei, deren Dampfer nach Niederländisch-Ostindien fuhren, nach Java, Sumatra und Batavia, dem heutigen Jakarta. Daher der Name. Die Insel war lang, schmal und hatte nur einen einzigen Zweck: Schiffe beladen und entladen. Gewohnt hat hier niemand, gearbeitet haben hier Hunderte.

Als der Hafen verschwand, bekam der Architekt Sjoerd Soeters den Auftrag, hier ein Wohnviertel zu planen. Soeters baut gern mit Witz, Farbe und einem Augenzwinkern, und das sieht man bis heute. Seine Idee war so frech wie einfach: Er holte das alte Amsterdam auf die Insel. Vier kleine Grachten wurden quer durch das Land gegraben, mit Brücken darüber, und an ihren Ufern stehen schmale Häuser, entworfen von vielen verschiedenen Architekten. So entsteht dieselbe lebendige Abfolge von Fassaden wie an der Herengracht, nur eben in der Sprache unserer Zeit.

Schau dir die Brücken über die Grachtjes genauer an: Jede sieht anders aus, mal geschwungen, mal kantig, mit eigenwilligen Geländern, fast wie kleine Skulpturen. Kinder rennen darüber, Bewohner sitzen mit einem Kaffee auf den Stufen am Wasser, und an den langen Außenkais liegen Hausboote. Zwischen den Grachten verbinden ruhige Innenhöfe und Wege die Wohnblöcke, und Autos spielen hier kaum eine Rolle.

Vergiss bei aller Idylle nicht, woher der Name kommt. Die Schiffe, die hier ablegten, versorgten eine Kolonie, deren Reichtum mit Zwang und Gewalt erwirtschaftet wurde, und das Geld floss zu einem guten Teil in diese Stadt zurück. Heute erinnert daran auf der Insel kaum mehr als ein Name auf den Schildern. Geh jetzt weiter nach Osten, bis die Insel ohne Bruch in die nächste übergeht: das KNSM-eiland.

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