MuseumsQuartier: Vom Kaiserstall zum Kulturhof

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Tritt durch das Haupttor in den großen Hof des MuseumsQuartiers und lass den Blick wandern. Links ein heller Kubus aus Kalkstein, rechts ein dunkler aus Basaltlava, dazwischen die alte Barockarchitektur, und überall liegen Menschen auf großen, kantigen Möbeln in Pastellfarben.

Key Facts

PlaceMuseumsQuartier: Vom Kaiserstall zum Kulturhof
AddressMuseumsplatz 1, 1070 Wien, Austria
Geo Coordinates48.20320, 16.35930
Part of WalkVerstecktes Wien: Mariahilfer Stiegen, MuseumsQuartier & Spittelberg
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Tritt durch das Haupttor in den großen Hof des MuseumsQuartiers und lass den Blick wandern. Links ein heller Kubus aus Kalkstein, rechts ein dunkler aus Basaltlava, dazwischen die alte Barockarchitektur, und überall liegen Menschen auf großen, kantigen Möbeln in Pastellfarben.

Dieser Hof war einmal ein Pferdestall, allerdings ein kaiserlicher. Ab 1719 ließ Kaiser Karl VI. hier die Hofstallungen errichten, nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach, vollendet von seinem Sohn Joseph Emanuel. Hunderte Pferde und die Prunkwagen des Hofes waren hier untergebracht, und die Fassade zur Stadt ist mehr als dreihundert Meter lang. Nach dem Ende der Monarchie wurde das Areal zum Messegelände, und 2001 eröffnete hier das MuseumsQuartier. In der ehemaligen Winterreithalle, in der die Pferde bei Schnee und Regen bewegt wurden, finden heute Theater- und Tanzaufführungen statt.

Der Weg dorthin war wienerisch zäh. Die Architekten hatten ursprünglich einen hohen Leseturm geplant, ein modernes Wahrzeichen, das über die Barockdächer hinausragen sollte. Es folgten Proteste, Zeitungskampagnen und erbitterter Streit über das Stadtbild, und am Ende wurde der Turm gestrichen. Geblieben sind die zwei Kuben, die sich in den Hof ducken, statt in den Himmel zu wachsen.

Im hellen Kubus, dem Leopold Museum, hängt die größte Egon-Schiele-Sammlung der Welt. Zusammengetragen hat sie der Augenarzt Rudolf Leopold, der Schiele schon sammelte, als ihn kaum jemand ernst nahm, gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth. Dazu kommen Klimt, Kokoschka und Möbel der Wiener Werkstätte. Schieles Bilder, zu seinen Lebzeiten oft als anstößig verschrien, gehören heute zu den wertvollsten Werken der österreichischen Kunst. Im dunklen Kubus, dem mumok, wartet die Kunst der Moderne bis zur Gegenwart. Und die bunten Riesenmöbel dazwischen? Die Wiener nennen sie Enzis, und an Sommerabenden liegt hier gefühlt die halbe Stadt.

Verlass den Hof jetzt auf der Rückseite, durch einen der Durchgänge Richtung Breite Gasse. Plötzlich wird es eng, die Häuser sind niedrig, das Pflaster ist alt. Du bist am Spittelberg, und gleich um die Ecke wartet ein Haus, das junge Wiener einst besetzt haben, um ein ganzes Viertel zu retten.

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