Schweizerhof und Kaiserliche Schatzkammer

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Geh durch das bemalte Schweizertor und bleib kurz stehen. Über dir die Wappen und Titel von Ferdinand dem Ersten, darunter die Jahreszahl 1552, und vor dir ein enger, fast quadratischer Hof, viel düsterer und strenger als der Rest der Burg. Hier, genau hier, hat alles begonnen.

Key Facts

PlaceSchweizerhof und Kaiserliche Schatzkammer
AddressHofburg, Schweizerhof, 1010 Wien, Austria
Geo Coordinates48.20660, 16.36580
Part of WalkKaiserliches Wien: Hofburg, Heldenplatz und die Kapuzinergruft
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Geh durch das bemalte Schweizertor und bleib kurz stehen. Über dir die Wappen und Titel von Ferdinand dem Ersten, darunter die Jahreszahl 1552, und vor dir ein enger, fast quadratischer Hof, viel düsterer und strenger als der Rest der Burg. Hier, genau hier, hat alles begonnen.

Im dreizehnten Jahrhundert stand an dieser Stelle eine kantige Burg mit vier Ecktürmen, eine Festung am Stadtrand, kein Palast. Alles andere, was du heute gesehen hast, ist um diesen Kern herumgewachsen. Den Namen hat der Hof von der Schweizergarde, die hier im achtzehnten Jahrhundert unter Maria Theresia Wache hielt. Und in der Burgkapelle singen an Sonntagen bis heute die Wiener Sängerknaben die Messe.

Unten im Hof liegt der Eingang zur Kaiserlichen Schatzkammer, und die hat es in sich. Da ist die Reichskrone des Heiligen Römischen Reiches, achteckig, aus Gold, Perlen und Edelsteinen, entstanden wohl in der zweiten Hälfte des zehnten Jahrhunderts. Jahrhundertelang wurden mit ihr die römisch-deutschen Könige gekrönt. Daneben die Krone, die Kaiser Rudolf der Zweite 1602 in Prag anfertigen ließ und die 1804 zur Krone des neuen Kaisertums Österreich wurde. Und dann ein über zwei Meter langes, gedrehtes Horn, das Ainkhürn. Man hielt es für das Horn eines Einhorns. In Wahrheit ist es der Zahn eines Narwals.

In der Schatzkammer liegt auch eine große Achatschale, die man lange für den Heiligen Gral hielt, und die Heilige Lanze, in deren Klinge ein Nagel vom Kreuz Christi stecken soll. Untersuchungen datieren die Lanze ins achte Jahrhundert. Das macht sie nicht weniger ehrwürdig, nur etwas jünger als die Legende.

1938 ließen die Nationalsozialisten die Reichskleinodien nach Nürnberg bringen, als Symbol für ihr großdeutsches Reich. Nach dem Krieg fand die amerikanische Armee sie dort in einem Versteck, und 1946 kehrten sie nach Wien zurück. Geh jetzt durch den Durchgang hinüber zum Josefsplatz. Dort wartet der vielleicht schönste Saal der Stadt.

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