San Sebastiano: Veroneses Kirche
Why is it significant?
Vor dir steht eine Renaissancekirche mit heller Fassade an einem stillen Kanal, wo sich selten mehr als ein paar Besucher verirren. Das Viertel ringsum gehörte einst Fischern und Seeleuten, weit weg von den Palästen am Canal Grande.
Key Facts
| Place | San Sebastiano: Veroneses Kirche |
|---|---|
| Address | Campo San Sebastiano, Dorsoduro, 30123 Venezia VE, Italy |
| Geo Coordinates | 45.43200, 12.32010 |
| Part of Walk | Venedig, Dorsoduro: Kunst von Tizian bis Peggy Guggenheim, Tiepolo und die Zattere |
| Generated | Generated |
Vor dir steht eine Renaissancekirche mit heller Fassade an einem stillen Kanal, wo sich selten mehr als ein paar Besucher verirren. Das Viertel ringsum gehörte einst Fischern und Seeleuten, weit weg von den Palästen am Canal Grande. San Sebastiano sieht aus wie eine von vielen venezianischen Pfarrkirchen. Doch wenn du hineingehst, betrittst du so etwas wie das Privatmuseum eines einzigen Malers. Er heißt Paolo Veronese.
Veronese, eigentlich Paolo Caliari, kam aus Verona, daher sein Name. 1555 bekam er hier, gerade Ende zwanzig, einen seiner ersten großen Aufträge in Venedig: die Decke der Sakristei, dann die Decke des Kirchenschiffs. Er blieb über Jahrzehnte, malte die Orgelflügel, den Hochaltar, die Wände, die Fresken auf der Empore. Ein Maler und eine Kirche, die gemeinsam alt geworden sind.
Schau an die Decke des Schiffs: drei große Bilder erzählen die Geschichte der Königin Ester, die ihr Volk vor der Vernichtung rettet. Veronese malte sie aus der Untersicht, mit Pferden, deren Bäuche über dir zu schweben scheinen, mit Seide, die beinahe raschelt, und Gesichtern, die mit dir zu sprechen scheinen. Diese Farben, das helle Silbergrau, das Grün, das Rosé, sind seine Handschrift. Kaum ein Maler hat Stoff so leuchten lassen.
Und wenn du dich umschaust, findest du ihn selbst. Veronese starb 1588 und ist hier begraben, nahe der Orgel, die er bemalt hat, unter einer Grabplatte mit seiner Büste. Er hat sich sein Grab gewissermaßen selbst ausgemalt. Man nennt San Sebastiano oft Veroneses Sixtinische Kapelle, und das ist kaum übertrieben: Nirgends sonst kann man ihn so vollständig sehen, an dem Ort, für den er gemalt hat.
Jetzt geht es zurück ins Licht. Geh am Kanal entlang nach Süden bis zu den Zattere, der breiten Uferpromenade am Giudecca-Kanal, und folge ihr nach Osten, immer am Wasser, gut einen halben Kilometer. Rechts hast du das Wasser, links Häuser in Ocker und Rosa, und am Ufer schaukeln die Boote der Anwohner. Halte Ausschau nach einer Kirche mit einer Fassade wie ein antiker Tempel, direkt an der Promenade.