Scuola Grande dei Carmini: Tiepolos Himmel

Why is it significant?

Steig im Inneren der Scuola die prachtvolle Treppe hinauf, unter einer Stuckdecke voller Engel und Ranken, und tritt oben in den großen Saal. Dann leg den Kopf in den Nacken. Der Raum ist mit dunklem Holz getäfelt und still wie eine Bibliothek.

Key Facts

PlaceScuola Grande dei Carmini: Tiepolos Himmel
AddressCampo Santa Margherita, Dorsoduro 2617, 30123 Venezia VE, Italy
Geo Coordinates45.43370, 12.32240
Part of WalkVenedig, Dorsoduro: Kunst von Tizian bis Peggy Guggenheim, Tiepolo und die Zattere
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Steig im Inneren der Scuola die prachtvolle Treppe hinauf, unter einer Stuckdecke voller Engel und Ranken, und tritt oben in den großen Saal. Dann leg den Kopf in den Nacken. Der Raum ist mit dunklem Holz getäfelt und still wie eine Bibliothek. Über dir öffnet sich der Himmel, gemalt von Giambattista Tiepolo. Oft stehen Spiegel bereit, damit du die Decke betrachten kannst, ohne dir den Hals zu verrenken.

Die Bruderschaft der Carmini war eine Vereinigung von Laien, die sich der Muttergottes vom Berg Karmel verschrieben hatte. Ihr Erkennungszeichen war das Skapulier, zwei kleine Stoffstücke an Bändern, die man unter der Kleidung trug. Der Legende nach hatte Maria es im 13. Jahrhundert dem Karmeliter Simon Stock überreicht, mit dem Versprechen ihres Schutzes. Genau diese Szene malte Tiepolo in die Mitte der Decke.

Zwischen 1739 und 1749 arbeitete Tiepolo an diesem Zyklus, zehn Jahre, mit Unterbrechungen. Schau dir an, wie er die Figuren von unten zeigt, stark verkürzt, als würden sie wirklich über dir schweben, und wie das Licht von Gold zu zartem Rosa zu Himmelblau wechselt. In den Feldern ringsum sitzen die Tugenden, schwerelos auf Wolken. Kaum ein anderer Maler hat eine Zimmerdecke so mühelos in einen offenen Himmel verwandelt.

Bemerkenswert ist, dass dieses Haus die Jahrhunderte fast unverändert überstanden hat. Unter Napoleon wurden die meisten Bruderschaften Venedigs aufgelöst, ihre Schätze verkauft oder fortgebracht. Die Carmini aber gehörten zu den wenigen, die überlebten. Deshalb siehst du hier, was anderswo verloren ging: einen Versammlungssaal, wie die Brüder ihn kannten, mit Holzvertäfelung, Bänken und Bildern an genau dem Platz, für den sie gemalt wurden.

Von hier aus geht es nach Südwesten, in den stillsten Teil von Dorsoduro. Folge dem Rio dei Carmini, über eine Brücke, bis zu einer Kirche am Wasser, die außen bescheiden wirkt. Unterwegs wird es mit jedem Schritt stiller: weniger Studenten, mehr Wäscheleinen, mehr Katzen auf den Stufen. Drinnen hat ein einziger Maler fast alles bemalt, was es zu bemalen gab.

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