Schwefelbäder von Mirsojew in der Abano-Straße

Why is it significant?

Blicken Sie auf die charakteristische Reihe flacher Ziegelkuppeln, die entlang der geschichtsträchtigen Abano-Straße direkt aus der warmen kaukasischen Erde emporwachsen.

Key Facts

PlaceSchwefelbäder von Mirsojew in der Abano-Straße
AddressAbano-Straße 8, 0105 Tiflis, Georgien
Geo Coordinates41.68780, 44.81280
Part of WalkAlt-Tiflis: Schwefelbäder von Abanotubani, Festung Narikala und Kala
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Blicken Sie auf die charakteristische Reihe flacher Ziegelkuppeln, die entlang der geschichtsträchtigen Abano-Straße direkt aus der warmen kaukasischen Erde emporwachsen. Diese unterirdischen Badehäuser ruhen unmittelbar auf natürlichen Thermalquellen, die seit Jahrtausenden mit einer konstanten Temperatur von vierzig bis fünfundvierzig Grad Celsius aus tiefen Erdspalten sprudeln. Der königlichen Überlieferung zufolge entdeckte König Wachtang Gorgassali diese dampfenden Quellen im fünften Jahrhundert während einer königlichen Fasanenjagd in den dichten Wäldern der Flussschlucht. Tief beeindruckt von der heilsamen Wärme des Wassers beschloss der Herrscher, seine Residenz aus der alten Hauptstadt Mzcheta hierher zu verlegen, und nannte die neue Stadt Tbilissi, abgeleitet vom altgeorgischen Wort tbili, was warm bedeutet.

Beachten Sie die halbkugelförmigen Kuppeln aus dünnem antikem Ziegelmauerwerk, die von runden gläsernen Dachlaternen gekrönt werden. Diese runden Öffnungen dienen der natürlichen Entlüftung des aufsteigenden Schwefeldampfes und werfen sanfte Sonnenstrahlen in die dampfenden unterirdischen Gewölbehallen. Das Mauerwerk erinnert an persische Safawiden-Architektur und traditionelle orientalische Hammams, die seit fünfzehn Jahrhunderten das gesellschaftliche Herz des Kaukasus bildeten. Hier trafen sich Seidenstraßen-Händler zu wichtigen Vertragsverhandlungen, Dichter rezitierten Verse beim Klang orientalischer Saiteninstrumente, und Familien feierten festliche Zusammenkünfte in wohliger Wärme.

Im Mai 1829 besuchte der dreißigjährige russische Dichterfürst Alexander Puschkin diese Kuppelhallen während seiner Kaukasusreise. Vollauf begeistert von der Meisterschaft der Tifliser Bademeister, den sogenannten Mekisse, schrieb Puschkin in seinen Reiseaufzeichnungen, dass er zeit seines Lebens nichts Luxuriöseres als die Bäder von Tiflis erlebt habe, die selbst die berühmten türkischen Bäder von Konstantinopel übertreffen. Die Mekisse rieben die Gäste mit rauen Wollhandschuhen ab, massierten verspannte Muskeln und hüllten die Körper in duftende Seifenberge.

In der Abenddämmerung steigen feine Schwefeldampfschwaden in die kühle Bergluft auf und hüllen die Kopfsteinpflastergasse in einen wohligen mineralischen Duft. Der malerische Kontrast zwischen den irdenen Ziegelkuppeln und den steil aufragenden Klippen der Festung Narikala schafft ein unvergessliches historisches Panorama. Hier spürt der Reisende die lebendige Kontinuität einer fünfzehnhundertjährigen Badekultur, die bis heute ein unverzichtbares Ritual der herzlichen georgischen Gastfreundschaft geblieben ist.

Gehen Sie einige Dutzend Schritte westlich entlang des Bachbetts zum prächtigen Mosaikportal des Bades Chreli Abano.

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