Iglesia del Salvador: Die Kirche über der ersten Moschee
Why is it significant?
Auf der Plaza del Salvador stehen die Leute mit einem Glas in der Hand vor den Bars, und über ihnen erhebt sich die Fassade der zweitgrößten Kirche der Stadt. Mitten auf dem Platz steht ein Denkmal für Juan Martínez Montañés, den Bildhauer, den die Sevillaner den Gott des Holzes nannten.
Key Facts
| Place | Iglesia del Salvador: Die Kirche über der ersten Moschee |
|---|---|
| Address | Plaza del Salvador 3, 41004 Sevilla, Spain |
| Geo Coordinates | 37.39010, -5.99270 |
| Part of Walk | Sevillas verborgene Altstadt: Von der Macarena über die Setas zur Casa de Pilatos |
| Generated | Generated |
Auf der Plaza del Salvador stehen die Leute mit einem Glas in der Hand vor den Bars, und über ihnen erhebt sich die Fassade der zweitgrößten Kirche der Stadt. Mitten auf dem Platz steht ein Denkmal für Juan Martínez Montañés, den Bildhauer, den die Sevillaner den Gott des Holzes nannten. Am Abend trinkt hier halb Sevilla im Stehen ein Bier, denn Sitzplätze gibt es kaum, und die Kirchenstufen werden zur Tribüne.
Was du nicht siehst, ist das, was hier vorher stand. An dieser Stelle ließ der Richter Ibn Adabbas um das Jahr 830 die erste große Moschee Sevillas errichten. Fast vierhundert Jahre lang war sie das religiöse Herz der Stadt, bis die Almohaden im 12. Jahrhundert eine noch größere bauten, dort, wo heute die Kathedrale steht. Nach der christlichen Eroberung 1248 wurde die alte Moschee zur Kirche des Erlösers, des Salvador.
Und die Christen beteten darin noch über vierhundert Jahre lang, zwischen Säulen und Hufeisenbögen, bis das Gebäude im 17. Jahrhundert so baufällig war, dass es abgerissen wurde. Ganz verschwunden ist die Moschee aber nicht. Im Hof neben der Kirche stehen noch Säulen und Bögen des alten Moscheehofs, und im unteren Teil des Glockenturms steckt das Minarett. Ein Stück des 9. Jahrhunderts, mitten zwischen Tapas-Bars. Bei der großen Restaurierung zu Beginn dieses Jahrhunderts gruben Archäologen unter dem Kirchenboden und fanden Reste der Moschee und darunter noch ältere Schichten der Stadt.
Die neue Kirche, gebaut zwischen 1674 und 1712, ist ein Fest des Barock, mit vergoldeten Altaraufsätzen, die vom Boden bis unter das Gewölbe reichen. In einer Kapelle steht der Jesús de la Pasión, eine Christusfigur aus dem frühen 17. Jahrhundert, die Martínez Montañés zugeschrieben wird und in der Karwoche durch die Stadt getragen wird. Der Mann auf dem Denkmal draußen und sein Werk drinnen schauen sich gewissermaßen durch die Mauer hindurch an.
Jetzt geh nach Osten, über die Plaza de la Alfalfa und dann durch die Calle Águilas, zum letzten und vielleicht schönsten Palast dieses Spaziergangs.