Santa Maria in Trastevere: Goldmosaik und Ölquelle

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Stell dich neben den achteckigen Brunnen in der Mitte des Platzes und schau zur Kirchenfassade hinauf. Ganz oben glänzt ein Band aus Goldmosaik: In der Mitte thront Maria mit dem Kind, und von links und rechts nähern sich Frauen mit Lampen in den Händen, als kämen sie zu einem Fest.

Key Facts

PlaceSanta Maria in Trastevere: Goldmosaik und Ölquelle
AddressPiazza di Santa Maria in Trastevere, 00153 Roma RM, Italy
Geo Coordinates41.88950, 12.47000
Part of WalkTrastevere und das Ghetto: Roms Dorf jenseits des Tibers
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Stell dich neben den achteckigen Brunnen in der Mitte des Platzes und schau zur Kirchenfassade hinauf. Ganz oben glänzt ein Band aus Goldmosaik: In der Mitte thront Maria mit dem Kind, und von links und rechts nähern sich Frauen mit Lampen in den Händen, als kämen sie zu einem Fest. Abends, wenn die Scheinwerfer angehen, leuchtet das Gold über den ganzen Platz.

Santa Maria in Trastevere gilt als eine der ältesten Marienkirchen Roms. Die Tradition führt ihre Gründung auf Papst Calixtus im dritten Jahrhundert zurück, als die Christen noch verfolgt wurden, und im vierten Jahrhundert stand hier sicher schon eine Basilika. Der Bau, den du siehst, stammt aus dem 12. Jahrhundert, errichtet unter Innozenz II., einem Papst aus einer Familie von Trastevere. Für das Innere ließ er mächtige antike Granitsäulen aus den Ruinen der alten Stadt holen.

Und dann ist da die seltsamste Legende des Viertels. Im Jahr 38 vor Christus, so erzählt man, sprudelte genau an dieser Stelle plötzlich Öl aus dem Boden und floss einen ganzen Tag lang zum Tiber. Die Christen deuteten das später als Vorzeichen für die Geburt Christi, des Gesalbten. Drinnen, nahe dem Altar, erinnert eine kleine Inschrift daran: Fons olei, die Ölquelle.

Wenn die Kirche offen ist, geh hinein und schau in die Apsis. Dort sitzt Christus auf einem Thron, und neben ihm, auf gleicher Höhe, seine Mutter. Er hat den Arm um ihre Schulter gelegt, eine zärtliche, beinahe familiäre Geste, die in der Kunst jener Zeit sehr selten ist. Darunter erzählen Mosaiken von Pietro Cavallini aus dem späten 13. Jahrhundert das Leben Marias, mit Häusern, Betten und Tieren, so lebendig, dass manche darin schon einen Vorboten Giottos sehen.

Der Brunnen hinter dir ist selbst ein Veteran: seit der Antike immer wieder erneuert, zuletzt Ende des 17. Jahrhunderts von Carlo Fontana in seine heutige Form gebracht. Er ist das Wohnzimmer des Viertels, hier trifft man sich, streitet, verabredet sich. Verlass den Platz jetzt nach Osten und folge der Via della Lungaretta, einer langen, geraden Gasse voller Trattorien, bis sie auf eine breite Straße mit Straßenbahngleisen trifft.

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