Ponte Sisto: Die Brücke des Papstes Sixtus
Why is it significant?
Bleib mitten auf der Brücke stehen und dreh dich flussaufwärts. Über dem grünen Wasser, zwischen Platanen und Dächern, schwebt die Kuppel des Petersdoms.
Key Facts
| Place | Ponte Sisto: Die Brücke des Papstes Sixtus |
|---|---|
| Address | Ponte Sisto, 00186 Roma RM, Italy |
| Geo Coordinates | 41.89280, 12.47130 |
| Part of Walk | Trastevere und das Ghetto: Roms Dorf jenseits des Tibers |
| Generated | Generated |
Bleib mitten auf der Brücke stehen und dreh dich flussaufwärts. Über dem grünen Wasser, zwischen Platanen und Dächern, schwebt die Kuppel des Petersdoms. Unter deinen Füßen trägt ein Bogen aus Travertin und Ziegeln seit über fünfhundert Jahren Menschen von einem Rom ins andere: vom Rom der Paläste und Kardinäle hinüber ins Rom der Gassen, nach Trastevere.
Dass diese Brücke überhaupt steht, verdankt sie einer Katastrophe. Im Heiligen Jahr 1450 drängten sich die Pilger auf der Engelsbrücke, damals dem einzigen bequemen Weg zum Petersdom. Eine Panik brach aus, Menschen wurden erdrückt oder stürzten in den Fluss, weit über hundert starben. Als Papst Sixtus IV. das nächste Heilige Jahr vorbereitete, das von 1475, ließ er hier eine neue Brücke bauen, auf den Resten einer antiken, die seit Jahrhunderten zerstört im Wasser lag.
Es war die erste Brücke, die Rom seit der Antike neu errichtete. Sixtus, ein ehrgeiziger Franziskaner aus Ligurien, ließ in denselben Jahren im Vatikan auch eine Kapelle bauen, die bis heute seinen Namen trägt: die Sixtinische Kapelle. Bescheiden war er nicht. Eine lateinische Inschrift an der Brücke bittet dich, den Vorübergehenden, ganz ausdrücklich, Gott um ein langes Leben für den Papst zu bitten, dem du diesen trockenen Weg verdankst.
Jetzt schau auf den mittleren Pfeiler. Siehst du das runde Loch über dem Wasser? Die Römer nennen es Occhialone, die große Brille. Es macht die Brücke leichter und lässt bei Hochwasser den Fluss durch. Und die Leute am Ufer lasen daran den Tiber ab: Stieg das Wasser bis an dieses Auge, wusste man in Trastevere und drüben im Ghetto, dass man Betten und Vorräte schleunigst in den oberen Stock tragen sollte.
Heute gehört die Brücke den Fußgängern, den Straßenmusikern und den Paaren, die sich am Geländer fotografieren. Geh jetzt hinüber ans Südufer. Am Ende der Brücke öffnet sich ein Platz mit einem großen Brunnen und vielen Stufen... und dort beginnt das Dorf jenseits des Tibers.