Tempio Maggiore: Die Große Synagoge von Rom
Why is it significant?
Du stehst vor dem Tempio Maggiore, der Großen Synagoge von Rom, und das Erste, was dir auffällt, ist die Kuppel. Sie ist nicht rund, sondern viereckig, mit Aluminium gedeckt, in einem matten Blaugrau, und in der ganzen Stadt gibt es keine zweite wie sie.
Key Facts
| Place | Tempio Maggiore: Die Große Synagoge von Rom |
|---|---|
| Address | Lungotevere de' Cenci, 00186 Roma RM, Italy |
| Geo Coordinates | 41.89170, 12.47780 |
| Part of Walk | Trastevere und das Ghetto: Roms Dorf jenseits des Tibers |
| Generated | Generated |
Du stehst vor dem Tempio Maggiore, der Großen Synagoge von Rom, und das Erste, was dir auffällt, ist die Kuppel. Sie ist nicht rund, sondern viereckig, mit Aluminium gedeckt, in einem matten Blaugrau, und in der ganzen Stadt gibt es keine zweite wie sie. Zwischen hundert Kirchenkuppeln sagt sie jedem, der vom Gianicolo oder vom Aventin herüberschaut: Wir sind auch noch da.
Und das schon sehr lange. Die jüdische Gemeinde Roms gilt als die älteste ununterbrochen bestehende jüdische Gemeinde Europas. Bereits im zweiten Jahrhundert vor Christus kamen jüdische Gesandte nach Rom, und seither hat es in dieser Stadt immer Juden gegeben, länger als es Päpste gibt. Sie pflegen einen eigenen Ritus, weder sefardisch noch aschkenasisch, sondern italienisch, mit Melodien, die nirgendwo sonst gesungen werden.
Die Synagoge wurde 1904 eingeweiht, und ihr Bau war ein Akt der Befreiung. Über drei Jahrhunderte lang hatten die Juden Roms hinter den Mauern des Ghettos leben müssen. Erst 1870, als Rom zum Königreich Italien kam, fielen die Schranken, und in den folgenden Jahrzehnten wurde das alte Ghetto abgerissen. Auf dem frei gewordenen Gelände setzten die Architekten Vincenzo Costa und Osvaldo Armanni diesen Bau in einem bewusst fremden, orientalisch anmutenden Stil hin: stolz, sichtbar, unübersehbar.
Zwei Daten gehören zu diesem Ort. Am 9. Oktober 1982 griffen palästinensische Terroristen nach dem Gottesdienst die Gläubigen vor der Synagoge an. Der zweijährige Stefano Gaj Taché starb, Dutzende wurden verletzt. Und am 13. April 1986 kam Johannes Paul II. hierher; zum ersten Mal in der überlieferten Geschichte betrat ein Papst eine Synagoge. Er nannte die Juden unsere älteren Brüder. Für eine Gemeinde, die Päpste jahrhundertelang in ein Ghetto gesperrt hatten, war das ein Satz von großem Gewicht.
Im Untergeschoss erzählt das Jüdische Museum diese Geschichte weiter, mit kostbaren Torarollen, Textilien und Dokumenten aus dem Ghetto. Vor dem Eingang siehst du wahrscheinlich bewaffnete Wachen; sie gehören hier zum Alltag. Geh jetzt links an der Synagoge vorbei in die Via del Portico d'Ottavia, die alte Hauptstraße des Ghettos, bis zu den antiken Säulen an ihrem Ende.