Piazza Navona: Berninis Vierströmebrunnen und Sant'Agnese

Why is it significant?

Geh in die Mitte des Platzes, bis das Wasser so laut rauscht, dass du die Straßenmusiker kaum noch hörst. Vor dir türmt sich ein Felsen aus Travertin, aus dem eine Palme, ein Pferd, ein Löwe und vier riesige Männer wachsen, und darüber schießt ein Obelisk in den Himmel.

Key Facts

PlacePiazza Navona: Berninis Vierströmebrunnen und Sant'Agnese
AddressPiazza Navona, 00186 Roma RM, Italy
Geo Coordinates41.89900, 12.47310
Part of WalkBarockes Rom: Plätze, Kuppeln und Brunnen – das Duell von Bernini und Borromini
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Geh in die Mitte des Platzes, bis das Wasser so laut rauscht, dass du die Straßenmusiker kaum noch hörst. Vor dir türmt sich ein Felsen aus Travertin, aus dem eine Palme, ein Pferd, ein Löwe und vier riesige Männer wachsen, und darüber schießt ein Obelisk in den Himmel. Das ist Berninis Vierströmebrunnen, gebaut von 1648 bis 1651... und er wäre beinahe nie Berninis Brunnen geworden.

Papst Innozenz der Zehnte aus der Familie Pamphilj, dessen Familienpalast hier direkt neben der Kirche steht, mochte Bernini nicht, denn der war der Liebling seines Vorgängers gewesen. Den Auftrag sollte ein anderer bekommen. Doch die Geschichte geht so: Bernini ließ ein Modell in Silber anfertigen und sorgte dafür, dass es dem Papst wie zufällig unter die Augen kam. Innozenz soll geseufzt haben, wer Berninis Werke nicht ausführen wolle, dürfe sie eben gar nicht erst anschauen. Er bekam den Auftrag.

Die vier Figuren sind die großen Flüsse der damals bekannten Erdteile: die Donau für Europa, der Nil für Afrika, der Ganges für Asien und der Río de la Plata für Amerika, mit Münzen neben sich als Zeichen für das Silber der Neuen Welt. Der Nil hat den Kopf verhüllt, weil damals niemand wusste, wo er entspringt. Und der Obelisk? Er sieht ägyptisch aus, wurde aber in Rom für Kaiser Domitian gemeißelt, mit Hieroglyphen, die dessen Lob singen. Ganz oben sitzt die Taube der Pamphilj.

Jetzt dreh dich zur Kirche Sant'Agnese in Agone, deren Fassade sich wie eine Schale nach innen wölbt. Die schönste Legende Roms sagt: Der Nil verhüllt sein Gesicht, um Borrominis Kirche nicht sehen zu müssen, und der Río de la Plata hebt die Hand, weil er fürchtet, sie stürze gleich ein. Leider stimmt das nicht... Der Brunnen war fertig, bevor Borromini 1653 überhaupt an dieser Kirche zu arbeiten begann. Aber die Römer erzählen es trotzdem, weil es so gut zu den beiden passt.

Noch ein Bild, das du mitnehmen solltest: Vom 17. bis ins 19. Jahrhundert verstopfte man an heißen Augustwochenenden die Abflüsse, und der ganze Platz wurde zu einem flachen See. Kutschen rollten durchs Wasser, Kinder planschten, der Adel ließ sich bewundern. Geh nun zum nördlichen Ende des Platzes und dort hinaus, denn unter deinen Füßen liegt das Geheimnis, warum die Piazza Navona so lang und so schmal ist.

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