Der Elefant vor Santa Maria sopra Minerva

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Auf dem kleinen Platz vor dir steht ein Elefant aus Marmor, nicht größer als ein Pony, mit einer bestickten Satteldecke, einem verschmitzten Blick und einem echten ägyptischen Obelisken auf dem Rücken. Die Römer nennen ihn liebevoll Pulcino della Minerva, das Küken der Minerva.

Key Facts

PlaceDer Elefant vor Santa Maria sopra Minerva
AddressPiazza della Minerva, 00186 Roma RM, Italy
Geo Coordinates41.89790, 12.47750
Part of WalkBarockes Rom: Plätze, Kuppeln und Brunnen – das Duell von Bernini und Borromini
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Auf dem kleinen Platz vor dir steht ein Elefant aus Marmor, nicht größer als ein Pony, mit einer bestickten Satteldecke, einem verschmitzten Blick und einem echten ägyptischen Obelisken auf dem Rücken. Die Römer nennen ihn liebevoll Pulcino della Minerva, das Küken der Minerva. Und er hat eine Geschichte, die so römisch ist, dass sie fast erfunden klingt.

1665 gruben Dominikanermönche im Garten ihres Klosters einen kleinen Obelisken aus, über zweieinhalbtausend Jahre alt, aus der Zeit des Pharaos Apries. Papst Alexander der Siebte wollte ihn aufstellen, und Bernini lieferte die Idee: einen Elefanten als Träger, angeregt von einem berühmten Holzschnitt aus einem Renaissance-Roman. Die Inschrift auf dem Sockel erklärt die Botschaft: Es braucht einen starken Geist, um feste Weisheit zu tragen. Gemeißelt hat das Tier Berninis Mitarbeiter Ercole Ferrata.

Doch dann mischte sich ein Mönch ein, Pater Domenico Paglia, der sich für einen Architekten hielt. Er behauptete, ein Elefant auf vier Beinen könne keinen Obelisken tragen, und verlangte einen Steinblock unter dem Bauch. Bernini hielt das für überflüssig, musste sich aber fügen. Darum hängt unter dem Tier diese dicke Decke, die den Block versteckt. Und die Legende erzählt von Berninis Rache: Schau, wohin der Elefant sein Hinterteil dreht und den Schwanz zur Seite legt... ziemlich genau Richtung Kloster der Dominikaner.

Die Kirche hinter dem Elefanten, Santa Maria sopra Minerva, hat einen ernsten Hintergrund. Im angrenzenden Kloster musste Galileo Galilei im Juni 1633 vor der Inquisition seiner Lehre abschwören, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Drinnen, unter einem blauen Sternengewölbe, ruht die heilige Katharina von Siena, und neben dem Altar steht ein Christus von Michelangelo. Es ist die einzige große gotische Kirche im Zentrum Roms.

Den Spitznamen Pulcino verdankt der Elefant übrigens wohl einem Wortspiel: Weil er so rundlich geraten ist, nannte man ihn angeblich zuerst Porcino, Schweinchen, und daraus wurde mit der Zeit das zärtlichere Küken. Geh jetzt an der Flanke der Kirche entlang nach Osten und dann links, bis sich ein Platz öffnet, der aussieht wie eine Theaterbühne. Dort wartet eine Kuppel, die es gar nicht gibt.

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