Piazza Colonna: Die Mark-Aurel-Säule und Montecitorio
Why is it significant?
Mitten auf dem Platz, umgeben von Dienstwagen, Ministerialbeamten und Touristen, ragt eine Säule auf, umwickelt von einem Band aus Reliefs, das sich in Spiralen nach oben dreht. Allein ihr Schaft misst rund hundert römische Fuß, knapp dreißig Meter.
Key Facts
| Place | Piazza Colonna: Die Mark-Aurel-Säule und Montecitorio |
|---|---|
| Address | Piazza Colonna, 00187 Roma RM, Italy |
| Geo Coordinates | 41.90080, 12.48000 |
| Part of Walk | Barockes Rom: Plätze, Kuppeln und Brunnen – das Duell von Bernini und Borromini |
| Generated | Generated |
Mitten auf dem Platz, umgeben von Dienstwagen, Ministerialbeamten und Touristen, ragt eine Säule auf, umwickelt von einem Band aus Reliefs, das sich in Spiralen nach oben dreht. Allein ihr Schaft misst rund hundert römische Fuß, knapp dreißig Meter. Das ist die Säule des Mark Aurel, des Philosophen auf dem Kaiserthron, und was auf diesem steinernen Bilderstreifen erzählt wird, betrifft dich vielleicht mehr, als du denkst.
Die Säule wurde nach Mark Aurels Tod im Jahr 180 vollendet und erzählt von seinen Kriegen an der Donau gegen Markomannen, Quaden und Sarmaten, also gegen Stämme aus Gebieten, die heute zu Tschechien, der Slowakei, Österreich und Ungarn gehören. Und die Reliefs sind hart: brennende Dörfer, verschleppte Frauen, Hinrichtungen. Wer genau hinsieht, spürt, dass hier nicht mehr die stolze Siegerpose früherer Zeiten herrscht, sondern etwas Düsteres.
Die berühmteste Szene ist das Regenwunder. Ein römisches Heer, von den Quaden eingeschlossen, verdurstet fast in der Hitze... da bricht ein Gewitter los. Auf dem Relief breitet ein bärtiger Regengott seine riesigen Flügel aus, Wasser strömt aus seinem Körper auf die Soldaten, und die Feinde versinken in den Fluten. Später behaupteten Christen, ihre Gebete hätten den Regen gebracht. Oben auf der Säule steht übrigens nicht Mark Aurel, sondern seit 1589 der Apostel Paulus, aufgestellt von Papst Sixtus dem Fünften.
Der Palast an der Ecke zum Corso ist der Palazzo Chigi, Sitz des italienischen Ministerpräsidenten. Geh ein paar Schritte nach Westen auf die Piazza di Montecitorio: Dort tagt die Abgeordnetenkammer, in einem Palast, den Bernini 1653 begonnen hat. Davor ragt ein Obelisk auf, den Kaiser Augustus aus Ägypten holen ließ und als Zeiger einer riesigen Sonnenuhr auf dem Marsfeld benutzte. Ein Obelisk als Uhrzeiger... das gibt es nur in Rom.
Hier schlägt das politische Herz Italiens, und Pasquino hätte seine Freude an all dem, worüber man spotten könnte. Wir aber folgen jetzt dem Wasser. Überquere die Via del Corso und geh durch die schmalen Gassen nach Osten, Richtung Via delle Muratte... und achte darauf, wie das Rauschen mit jedem Schritt lauter wird.