Roseto Comunale: Der Rosengarten in Form einer Menora

Why is it significant?

Lehn dich an das Geländer und schau hinunter auf die Terrassen am Hang des Aventin. Im Mai blüht hier alles, Rosen in unzähligen Farben aus allen Teilen der Welt, und über den Beeten summt die Stadt. Aber achte nicht nur auf die Blüten. Folge mit den Augen den Wegen zwischen den Beeten.

Key Facts

PlaceRoseto Comunale: Der Rosengarten in Form einer Menora
AddressVia di Valle Murcia 6, 00153 Roma RM, Italy
Geo Coordinates41.88460, 12.48330
Part of WalkAventin und Testaccio: Schlüsselloch, Scherbenberg und Arbeiterviertel in Rom
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Lehn dich an das Geländer und schau hinunter auf die Terrassen am Hang des Aventin. Im Mai blüht hier alles, Rosen in unzähligen Farben aus allen Teilen der Welt, und über den Beeten summt die Stadt. Aber achte nicht nur auf die Blüten. Folge mit den Augen den Wegen zwischen den Beeten. Von oben betrachtet ergeben sie eine Form: einen siebenarmigen Leuchter, eine Menora. Gegenüber, jenseits des langen grünen Tals, liegen die Ruinen der Kaiserpaläste auf dem Palatin.

Das ist kein gärtnerischer Einfall. Ab 1645 war dieser Hang der Friedhof der jüdischen Gemeinde Roms. Die Juden, eingesperrt im Ghetto unten am Fluss, durften ihre Toten hier oben begraben, außerhalb des Ghettos, aber unter strengen Auflagen der päpstlichen Behörden. Lange Zeit waren nicht einmal Grabsteine mit Namen erlaubt. Man begrub die Toten, und das Gras wuchs darüber.

In den 1930er Jahren stand der Friedhof dem Faschismus im Weg. Das Regime ließ unten am Hang eine breite Prachtstraße anlegen, und 1934 wurden die Gräber auf den großen städtischen Friedhof Verano verlegt. Vier Jahre später kamen die Rassengesetze, dann die Deportationen. Der Hang blieb leer, eine stille Wunde mitten in der Stadt.

Nach dem Krieg wollte Rom hier seinen neuen Rosengarten anlegen, und die jüdische Gemeinde stimmte zu, unter einer Bedingung: Die Erinnerung an diesen Ort sollte bleiben. Darum die Wege in Form der Menora, darum die zwei steinernen Tafeln am Eingang, geformt wie die Gesetzestafeln des Mose. Und jedes Jahr wird hier in einem internationalen Wettbewerb die schönste neue Rose der Welt gekürt, zwischen den Armen eines heiligen Leuchters.

Die meisten Besucher fotografieren die Rosen und gehen weiter, ohne die Form unter ihren Füßen zu bemerken. Du weißt es jetzt. Steig nun den steilen Clivo dei Publicii hinauf, eine Straße, die schon in der Römischen Republik angelegt wurde. Oben auf dem Hügel wird es plötzlich still, und zwischen Mauern und Pinien wartet ein Garten voller Orangenbäume.

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