U Pinkasů und das erste Pilsner in Prag
Why is it significant?
Ein gemütliches Bierhaus am Jungmannplatz, direkt neben der hohen gotischen Kirche Maria Schnee. Das ist U Pinkasů, und das Haus nennt mit Stolz das Jahr 1843: Hier soll Prag zum ersten Mal Pilsner Bier getrunken haben. Die Geschichte beginnt in Pilsen, auf Tschechisch Plzeň.
Key Facts
| Place | U Pinkasů und das erste Pilsner in Prag |
|---|---|
| Address | Jungmannovo náměstí 16/15, 110 00 Praha 1, Czechia |
| Geo Coordinates | 50.08300, 14.42390 |
| Part of Walk | Prag für Genießer: Bier, Märkte und böhmische Küche |
| Generated | Generated |
Ein gemütliches Bierhaus am Jungmannplatz, direkt neben der hohen gotischen Kirche Maria Schnee. Das ist U Pinkasů, und das Haus nennt mit Stolz das Jahr 1843: Hier soll Prag zum ersten Mal Pilsner Bier getrunken haben.
Die Geschichte beginnt in Pilsen, auf Tschechisch Plzeň. Die Bürger dort waren mit ihrem Bier so unzufrieden, dass sie der Überlieferung nach 1838 ganze Fässer öffentlich auskippten. Also gründeten sie ein eigenes Bürgerliches Brauhaus und holten sich einen Braumeister aus Bayern: Josef Groll aus Vilshofen an der Donau. Am 5. Oktober 1842 braute er den ersten Sud.
Groll brachte die bayerische Kunst der untergärigen, kalten Lagerung mit, aber er arbeitete mit böhmischen Zutaten: hellem Malz, dem edlen Saazer Hopfen und dem besonders weichen Wasser von Pilsen. Heraus kam etwas, das die Welt so noch nicht gesehen hatte: ein goldenes, klares Bier. Und weil Gläser gerade die alten Steinkrüge verdrängten, sah man diese Farbe nun auch. Im November 1842 wurde es zum ersten Mal ausgeschenkt, und es eroberte erst Böhmen, dann Wien und schließlich die Welt. Fast jedes helle Lagerbier, das du je getrunken hast, ist ein Nachfahre dieses Sudes.
Und Groll selbst? Zeitgenossen sollen ihn als ziemlich groben Klotz beschrieben haben. Nach wenigen Jahren lief sein Vertrag aus, und er kehrte nach Vilshofen zurück. Die Legende erzählt, er sei Jahrzehnte später an seinem Stammtisch gestorben, mit einem Glas Bier vor sich. Der Bayer, der Böhmen das berühmteste Bier der Welt schenkte... und Böhmen, das ihm den Hopfen, das Malz und das Wasser dafür gab.
Bleibt Jakub Pinkas, ein Prager Schneider, der der Überlieferung des Hauses nach 1843 die ersten Fässer des neuen Bieres nach Prag holte. Aus der Schneiderstube wurde eine Bierstube. Gleich vor der Tür steht übrigens eine Kuriosität, die angeblich einzige kubistische Straßenlaterne der Welt, aus dem Jahr 1913. Bestell dir also zum Schluss ein frisch gezapftes Pilsner, schau auf die Schaumkrone und stoß an: auf die bayerisch-böhmische Freundschaft. Na zdraví!