Havelský trh (Gallusmarkt)

Why is it significant?

Bunte Markisen, Holzstände, Kisten mit Erdbeeren, Pfirsichen und Paprika, daneben Marionetten, Holzspielzeug und Kühlschrankmagnete. Der Havelský trh, der Gallusmarkt, ist der letzte ständige Markt in der Prager Altstadt, und er steht an einem Ort, an dem schon seit dem Mittelalter gehandelt wird.

Key Facts

PlaceHavelský trh (Gallusmarkt)
AddressHavelská, 110 00 Praha 1, Czechia
Geo Coordinates50.08480, 14.42120
Part of WalkPrag für Genießer: Bier, Märkte und böhmische Küche
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Bunte Markisen, Holzstände, Kisten mit Erdbeeren, Pfirsichen und Paprika, daneben Marionetten, Holzspielzeug und Kühlschrankmagnete. Der Havelský trh, der Gallusmarkt, ist der letzte ständige Markt in der Prager Altstadt, und er steht an einem Ort, an dem schon seit dem Mittelalter gehandelt wird.

Um 1230 entstand hier eine eigene Siedlung, die Gallusstadt, benannt nach der Kirche des heiligen Gallus, auf Tschechisch Havel. Angelegt wurde sie für Kaufleute, viele davon deutschsprachige Siedler, die der böhmische König ins Land holte. Bald wuchs sie mit der übrigen Altstadt zusammen, aber der Markt blieb. Deshalb ist die Gasse hier so auffällig breit: Sie war von Anfang an für Stände gedacht.

Früher bekam man hier alles, was die Stadt aß: Obst und Gemüse aus den Dörfern ringsum, Kräuter, Eier, Geflügel und im Herbst körbeweise Pilze aus den böhmischen Wäldern. Pilzesammeln ist in Tschechien bis heute fast ein Volkssport, und im September sind die Wälder an Wochenenden voller Menschen mit Körben und Messern. Und dann der Mohn: Mohnkuchen und Mohnbuchteln gehören zu den Lieblingssüßigkeiten Böhmens, und Tschechien zählt zu den größten Mohnproduzenten der Welt.

Und dann der Dezember. In den Tagen vor Weihnachten stehen in ganz Prag große Bottiche mit lebenden Karpfen auf den Straßen, denn Karpfen mit Kartoffelsalat ist das tschechische Weihnachtsessen schlechthin. Viele Familien ließen den Fisch früher bis zum Heiligabend in der Badewanne schwimmen. Die Karpfen kommen vor allem aus Südböhmen, wo man seit dem 16. Jahrhundert riesige Fischteiche angelegt hat. Der größte, der Rosenberger Teich, ist so groß, dass man ihn fast für einen See hält.

Heute ist der Markt zur Hälfte Souvenirbasar, aber frühmorgens, wenn die Händler ihre Früchte aufbauen, spürst du noch den alten Gallusmarkt. Unser Spaziergang endet ganz in der Nähe, mit dem Bier, das die Welt verändert hat. Geh durch die Gasse Na Můstku nach Süden, überquere die Fußgängerzone am unteren Ende des Wenzelsplatzes und halte dich rechts zum Jungmannplatz.

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