Die Sorbonne: Das Lateinische Herz der Gelehrten

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Bleib an der offenen Plaça vor der barocken Kapelle der Sorbonne stehen und betrachte die ehrwürdigen Kuppeln dieser Gelehrtenburg. Im Jahr zwölfhundertsiebenundfünfzig gründete Robert de Sorbon, der Hofkaplan von König Ludwig dem Heiligen, hier ein bescheidenes Kolleg für arme Theologiestudenten.

Key Facts

PlaceDie Sorbonne: Das Lateinische Herz der Gelehrten
Address47 Rue des Écoles, 75005 Paris
Geo Coordinates48.84850, 2.34310
Part of WalkQuartier Latin & Île de la Cité: Gelehrte, Revolution und Notre-Dame
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Bleib an der offenen Plaça vor der barocken Kapelle der Sorbonne stehen und betrachte die ehrwürdigen Kuppeln dieser Gelehrtenburg. Im Jahr zwölfhundertsiebenundfünfzig gründete Robert de Sorbon, der Hofkaplan von König Ludwig dem Heiligen, hier ein bescheidenes Kolleg für arme Theologiestudenten. Daraus erwuchs die berühmteste Universität Frankreichs und das Herzstück des Quartier Latin.

Warum heißt dieses ganze Stadtviertel eigentlich Lateinisches Viertel? Weil die Studenten und Dozenten aus allen Ländern Europas hierher strömten: aus Deutschland, England, Italien und Skandinavien. Bis zur Französischen Revolution war Latein die einzige gemeinsame Sprache im Hörsaal, in den Tavernen und auf der Straße. Man kaufte Brot auf Latein, schimpfte auf Latein und sang beim Bier auf Latein.

In der Kapelle vor dir ruht Kardinal Richelieu in einem schneeweißen Marmorsarg, der im siebzehnten Jahrhundert Premierminister war und als Rektor die Universität prunkvoll neu errichten ließ. Während der Französischen Revolution riss ein wütender Mob seinen Leichnam aus der Gruft und köpfte die Mumie des mächtigen Staatsmanns.

Im Mai neunzehnhundertachtundsechzig wurde dieser Platz zum Epizentrum der weltweiten Studentenrebellion: Tausende Jugendliche rissen das Straßenpflaster heraus, bauten Barrikaden gegen die Polizei und schrieben an die Mauern: Unter den Pflastersteinen liegt der Strand! Hier wurde das moderne Denken des zwanzigsten Jahrhunderts für immer neu verhandelt.

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