Église Saint-Séverin: Die Palme aus Gotischem Stein
Why is it significant?
Tritt ein durch das schwere Portal der Kirche Saint-Séverin und lass deine Augen sich an das dämmrige Kerzenlicht gewöhnen. Du stehst in einer der ältesten Pfarrkirchen des linken Seine-Ufers, deren Ursprünge auf eine Einsiedelei aus dem sechsten Jahrhundert zurückgehen.
Key Facts
| Place | Église Saint-Séverin: Die Palme aus Gotischem Stein |
|---|---|
| Address | 2 Rue des Prêtres Saint-Séverin, 75005 Paris |
| Geo Coordinates | 48.85210, 2.34530 |
| Part of Walk | Quartier Latin & Île de la Cité: Gelehrte, Revolution und Notre-Dame |
| Generated | Generated |
Tritt ein durch das schwere Portal der Kirche Saint-Séverin und lass deine Augen sich an das dämmrige Kerzenlicht gewöhnen. Du stehst in einer der ältesten Pfarrkirchen des linken Seine-Ufers, deren Ursprünge auf eine Einsiedelei aus dem sechsten Jahrhundert zurückgehen. Im dreizehnten Jahrhundert wurde sie zur Hauptkirche der Studenten und Professoren der benachbarten Universität Sorbonne.
Geh langsam um den Chorumgang hinter dem Hauptaltar herum und blicke nach oben: Dort erwartet dich ein architektonisches Wunder der Spätgotik. Mitten im Chorumgang steht eine monolithische Säule, die sich wie eine gewundene Spirale nach oben schraubt. An der Spitze fächern sich die Rippen des Gewölbes wie die Wedel einer steinernen Palme in den Raum auf.
Diese flamboyante Gotik aus dem fünfzehnten Jahrhundert ist weltweit einzigartig. Sie symbolisiert den Lebensbaum und den ewigen Aufstieg der Erkenntnis über das irdische Leid. An den Fenstern treffen Jahrhunderte aufeinander: Neben mittelalterlichem Bleiglas leuchten moderne Buntglasfenster von Jean Bazaine aus den neunzehnhundertsiebziger Jahren, die die sieben Sakramente in pulsierenden Farben des Lichts interpretieren.
In den Außenarkaden des Kirchhofs befand sich einst der älteste öffentliche Beinhaus-Friedhof von Paris. Hier wagten im Jahr vierzehnhundertvierundsiebzig französische Chirurgen die allererste dokumentierte Operation an einem lebenden Menschen zur Entfernung von Gallensteinen, an einem zum Tode verurteilten Bogenschützen, der den Eingriff überlebte und begnadigt wurde.