Champ de Mars: Gustave Eiffel, eigentlich Bönickhausen
Why is it significant?
Dreh dich auf dem Rasen des Marsfelds um: Jetzt steht der Turm in voller Größe vor dir, eingerahmt von Baumreihen, Spaziergängern und Picknickdecken. Zeit für die Geschichte des Mannes, dessen Namen er trägt.
Key Facts
| Place | Champ de Mars: Gustave Eiffel, eigentlich Bönickhausen |
|---|---|
| Address | Champ de Mars, 75007 Paris, France |
| Geo Coordinates | 48.85610, 2.29780 |
| Part of Walk | Eiserne Dame und Kaisergrab: Eiffelturm, Trocadéro und Invalidendom in Paris |
| Generated | Generated |
Dreh dich auf dem Rasen des Marsfelds um: Jetzt steht der Turm in voller Größe vor dir, eingerahmt von Baumreihen, Spaziergängern und Picknickdecken. Zeit für die Geschichte des Mannes, dessen Namen er trägt.
Gustave Eiffel wurde 1832 in Dijon geboren, aber im Familiennamen steckte noch etwas anderes: Bönickhausen. Ein Vorfahr war Anfang des 18. Jahrhunderts aus der Eifel nach Paris gezogen, und weil die Franzosen sich an Bönickhausen die Zunge brachen, nannte man die Familie nach ihrer Herkunft... Eiffel. Offiziell ließ Gustave den Namen erst 1880 ändern. Damals, zehn Jahre nach dem Krieg von 1870, klang ein deutscher Name in Frankreich alles andere als harmlos, und Gegner warfen ihm seine Herkunft gelegentlich vor.
Das Marsfeld selbst war einst der Exerzierplatz der Militärschule, die du am anderen Ende der Wiese siehst. Am 14. Juli 1790, ein Jahr nach dem Sturm auf die Bastille, feierten hier Hunderttausende das Föderationsfest, mit dem König auf der Tribüne... ein Moment, in dem Monarchie und Revolution noch versöhnt schienen. Ludwig der Sechzehnte schwor vor einem riesigen Altar des Vaterlands den Eid auf Nation und Gesetz. Ein Jahr später, im Juli 1791, schoss die Nationalgarde auf demselben Feld in eine Menge, die die Absetzung des Königs forderte. Wie viele Menschen starben, ist bis heute umstritten. Die Versöhnung jedenfalls war vorbei.
Danach wurde das Feld zur Bühne der Weltausstellungen, 1867, 1878, 1889, 1900 und 1937. Hier bestaunten Millionen Besucher Telefone, Phonographen und elektrisches Licht, und immer wieder entstanden Paläste, die nach ein paar Monaten wieder abgerissen wurden. Nur der Turm blieb stehen. Bei den Olympischen Spielen 2024 wurde hier, direkt vor dem Turm, Beachvolleyball gespielt.
Eiffel selbst behielt sich übrigens ganz oben eine kleine Wohnung vor, in der er Gäste empfing, darunter Thomas Edison. Spaziere jetzt über das Marsfeld nach Südosten, bis zu dem langen, hellen Gebäude mit der flachen Kuppel am Ende der Wiese. Dort lernte ein junger Korse das Kriegshandwerk.