Praterinsel & Kabelsteg: Die stille Insel in der Isar

Why is it significant?

Bleib mitten auf dem schmalen Kabelsteg stehen und hör einfach hin: Links und rechts rauscht die Isar, grün und schnell, und vor dir liegt eine Insel mit alten Bäumen, Backsteinbauten und Kieswegen, auf denen kaum jemand unterwegs ist.

Key Facts

PlacePraterinsel & Kabelsteg: Die stille Insel in der Isar
AddressPraterinsel 5, 80538 München, Germany
Geo Coordinates48.13530, 11.58910
Part of WalkJenseits der Isar: Verborgenes München zwischen Praterinsel, Haidhausen und der Au
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Bleib mitten auf dem schmalen Kabelsteg stehen und hör einfach hin: Links und rechts rauscht die Isar, grün und schnell, und vor dir liegt eine Insel mit alten Bäumen, Backsteinbauten und Kieswegen, auf denen kaum jemand unterwegs ist. Willkommen auf der Praterinsel... einem der stillsten Flecken mitten in München, keine zehn Minuten vom Marienplatz entfernt. Der Fluss teilt sich hier in zwei Arme, und die Insel liegt dazwischen wie ein Schiff, das vor Anker gegangen ist.

Der Name klingt nach Wien, und das ist kein Zufall. Im frühen 19. Jahrhundert eröffnete hier ein Wirt ein Ausflugslokal und taufte es nach dem berühmten Wiener Prater, dem Vergnügungspark an der Donau. Die Münchner kamen am Sonntag über die Brücken, tranken Bier unter Bäumen und schauten aufs Wasser. Die Insel war damals so etwas wie ein Biergarten mit Fluss rundherum.

Später roch es hier ganz anders. Später zog die Firma Riemerschmid auf die Insel und brannte in den Backsteinhallen Liköre und setzte Essig an, bis weit ins 20. Jahrhundert hinein. Und der Steg, auf dem du stehst, verrät seine eigene Geschichte schon im Namen: Er trug einst Stromkabel über den Fluss. Drüben am Ostufer siehst du das Muffatwerk, ein altes Elektrizitätswerk, in dem heute Konzerte statt Turbinen laufen.

Das größte Haus der Insel gehört seit 1911 den Bergen. Der Deutsche Alpenverein richtete hier sein Alpines Museum ein, in einem Gebäude, das vorher selbst ein Gasthaus gewesen war. Im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen, blieb es lange ein halbes Haus, bevor es wieder öffnete... mit Bibliothek, Archiv und Ausstellungen über Gipfel, Hütten und die Menschen, die sie erklettert haben. Mitten in der Großstadt, auf einem Stück Flusskies, sitzt also das Gedächtnis der Alpen. Wer nach einer alten Hütte, einem vergessenen Steig oder dem Bericht einer frühen Erstbesteigung sucht, wird in diesem Archiv fündig.

Das Schönste hier ist aber das, was fehlt: Autos, Lärm, Menschenmengen. Viele Münchner wissen gar nicht, dass man die Insel einfach betreten darf. Geh jetzt über den Steg ans Ostufer und dann die Anlagen hinauf zu dem gewaltigen Bau, dessen Bögen schon durch die Bäume schimmern: das Maximilianeum.

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