Wirtsbudenstraße: Eine Stadt, die jedes Jahr neu gebaut wird

Why is it significant?

Schau dich um: eine breite, asphaltierte Straße mitten auf einer riesigen, kahlen Fläche, ein paar Laternen, ein paar Hydranten, vielleicht ein Skater oder jemand, der Fahrradfahren übt. Kaum zu glauben, dass hier im Herbst die berühmteste Festmeile der Welt verläuft.

Key Facts

PlaceWirtsbudenstraße: Eine Stadt, die jedes Jahr neu gebaut wird
AddressWirtsbudenstraße, 80336 München, Germany
Geo Coordinates48.13330, 11.54930
Part of WalkWiesn, Bavaria und Westend: Münchens Festwiese und das alte Arbeiterviertel
GeneratedGenerated

Open the walk

Schau dich um: eine breite, asphaltierte Straße mitten auf einer riesigen, kahlen Fläche, ein paar Laternen, ein paar Hydranten, vielleicht ein Skater oder jemand, der Fahrradfahren übt. Kaum zu glauben, dass hier im Herbst die berühmteste Festmeile der Welt verläuft.

Das ist die Wirtsbudenstraße, das Rückgrat der Wiesn. Links und rechts stehen während des Oktoberfests die großen Festhallen der Münchner Brauereien und Wirte, manche mit Platz für mehrere tausend Gäste. Und das Erstaunliche: Fast nichts davon ist fest gebaut. Schon im Hochsommer rollen die Lastwagen an, und wochenlang wachsen hier Zelte mit Galerien, Küchen und Schänken aus dem Boden, eine ganze Stadt aus Holz, Stahl und Stoff. Nach dem Fest wird alles wieder abgebaut, bis nur dieser Asphalt übrig bleibt.

Eines der ersten Zelte nach dem Haupteingang ist das Schottenhamel, und dort beginnt das Fest. Punkt zwölf Uhr am ersten Wiesnsamstag schlägt der Oberbürgermeister mit einem Holzschlegel einen Zapfhahn in ein Fass und ruft: O'zapft is! Die Tradition ist jünger, als viele denken. Erst 1950 führte Oberbürgermeister Thomas Wimmer sie ein, und er brauchte, so wird erzählt, ganze neunzehn Schläge, bis das Bier floss. Heute zählt halb München mit, und manchem Oberbürgermeister reichen zwei.

Schon am Vormittag ziehen die Wiesnwirte mit geschmückten Brauereigespannen und Kutschen durch die Stadt auf die Wiese, Pferde mit Blumen im Geschirr, Bedienungen winkend auf den Wagen. Nach dem Anstich donnern Böllerschüsse über die Wiese, das Zeichen für alle anderen Zelte, dass auch sie ausschenken dürfen. Vorher darf nirgends ein Tropfen Wiesnbier über den Tresen gehen... eine der wenigen Regeln, an die sich hier wirklich jeder hält.

Wenn du im Herbst wiederkommst, stell dich an diese Stelle und vergleich das Bild mit dem, was du jetzt siehst. Dazwischen liegen ein paar Wochen Arbeit und ein paar Millionen Besucher. Geh jetzt die Wirtsbudenstraße weiter nach Süden, in die Mitte der großen Wiese, dorthin, wo die Bronzefigur auf der Anhöhe dich schon im Blick hat.

Nearby stories