Gollierplatz & St. Rupert: Das Herz des Westends
Why is it significant?
Setz dich einen Moment auf eine der Bänke unter den Bäumen und lass den Platz auf dich wirken: Kinder auf dem Spielplatz, alte Männer beim Ratschen, Mietshäuser mit Erkern ringsherum und mittendrin eine stattliche Kirche, die den ganzen Platz beherrscht. Das ist St.
Key Facts
| Place | Gollierplatz & St. Rupert: Das Herz des Westends |
|---|---|
| Address | Gollierplatz, 80339 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.13560, 11.53590 |
| Part of Walk | Wiesn, Bavaria und Westend: Münchens Festwiese und das alte Arbeiterviertel |
| Generated | Generated |
Setz dich einen Moment auf eine der Bänke unter den Bäumen und lass den Platz auf dich wirken: Kinder auf dem Spielplatz, alte Männer beim Ratschen, Mietshäuser mit Erkern ringsherum und mittendrin eine stattliche Kirche, die den ganzen Platz beherrscht.
Das ist St. Rupert, kurz nach 1900 nach Plänen von Gabriel von Seidl gebaut, einem der gefragtesten Münchner Architekten jener Zeit. Und der Name ist kein Zufall. Der heilige Rupert ist der Schutzpatron von Salzburg und wird oft mit einem Salzfass dargestellt. Salz, das war das Gold, auf dem München einst gegründet wurde, und ein großer Teil davon kam über die alten Handelswege aus dem Salzburger Land. So erinnert ausgerechnet die Kirche des Arbeiterviertels an den Reichtum der alten Stadt.
Reich war hier nämlich niemand. Als die Eisenbahn im 19. Jahrhundert ihre Gleise und Werkstätten nördlich von hier anlegte und Brauereien und Fabriken entstanden, wuchs auf der Anhöhe ein Viertel für die Arbeiter. Die Häuser wurden schnell und dicht gebaut, viele Familien teilten sich kleine Wohnungen, die Toiletten lagen auf dem Gang. Offiziell heißt der Stadtbezirk Schwanthalerhöhe, nach dem Bildhauer der Bavaria, aber für die Münchner war und ist das hier das Westend.
Der Volksmund gab ihm noch einen anderen Namen: Glasscherbenviertel. Warum genau, darüber gehen die Erklärungen auseinander, die einen denken an zerbrochene Fenster und Wirtshausraufereien, die anderen einfach an Armut. Später, ab den 1960er-Jahren, zogen viele Familien aus Griechenland, der Türkei, Jugoslawien und Italien hierher, die als sogenannte Gastarbeiter gekommen waren. Zeitweise hatte das Westend einen der höchsten Anteile ausländischer Bewohner in ganz München.
Heute ist das Viertel begehrt, die Mieten sind gestiegen, und in alten Werkstätten sitzen Cafés und Ateliers. Aber auf diesem Platz spürst du noch das alte Westend: Nachbarschaft, Kinderlärm, viele Sprachen. Geh jetzt nach Osten in die Ligsalzstraße, mitten hinein in die Straßen mit ihren Hinterhöfen.