Café Luitpold: Kaffeehaus der Prinzregentenzeit

Why is it significant?

Du stehst vor einem hellen Geschäftshaus an der Brienner Straße, und schon an der Tür riecht es nach Kaffee, Butter und Schokolade. Das ist das Café Luitpold, und mit ihm beginnt unsere Runde durch die Münchner Altstadt: nicht mit Bier, sondern mit Kuchen.

Key Facts

PlaceCafé Luitpold: Kaffeehaus der Prinzregentenzeit
AddressBrienner Straße 11, 80333 München, Germany
Geo Coordinates48.14300, 11.57480
Part of WalkWeißwurst, Weißbier und Viktualien: Münchens Altstadt zum Schmecken
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Du stehst vor einem hellen Geschäftshaus an der Brienner Straße, und schon an der Tür riecht es nach Kaffee, Butter und Schokolade. Das ist das Café Luitpold, und mit ihm beginnt unsere Runde durch die Münchner Altstadt: nicht mit Bier, sondern mit Kuchen. Keine Sorge, das Bier kommt noch, und die Weißwurst auch. Aber in München sitzt man eben nicht nur im Wirtshaus, sondern genauso gern bei Kaffee und Torte, am liebsten am Nachmittag und am liebsten lange.

Eröffnet wurde das Café 1888, zwei Jahre nachdem Prinz Luitpold nach dem Tod König Ludwigs des Zweiten die Regentschaft in Bayern übernommen hatte. Der Prinzregent gab dem Haus seinen Namen, und das Haus gab sich alle Mühe, ihm Ehre zu machen: hohe Säle, Säulen, bemalte Decken, Kronleuchter. Offiziere saßen neben Malern, Studenten neben Bankiers, und wer in der Prinzregentenzeit gesehen werden wollte, trank seinen Kaffee genau hier.

Zu dieser Epoche gehört ein Kuchen, den jedes Münchner Kind kennt: die Prinzregententorte. Hauchdünne Biskuitböden, dazwischen Schokoladenbuttercreme, darüber ein dunkler Mantel aus Glasur. Erzählt wird, dass es ursprünglich acht Böden waren, einer für jeden bayerischen Regierungsbezirk, die Pfalz am Rhein mitgezählt. Als die Pfalz nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr zu Bayern gehörte, schrumpfte die Torte bei vielen Konditoren auf sieben Lagen. Ob das wirklich so geplant war? In München glaubt man so eine Geschichte lieber, als sie nachzuprüfen.

1944 zerstörten Bomben das alte Kaffeehaus fast vollständig. Was du heute siehst, ist ein Wiederaufbau in kleinerem Maßstab, mit einem überdachten Palmengarten im Innenhof als Erinnerung an die alte Pracht. Das ist typisch für diese Stadt... vorne erzählt die Fassade von Kontinuität, und dahinter steckt ein halber Neuanfang. Viele Münchner Häuser, an denen du heute vorbeigehst, haben genau diese doppelte Geschichte.

Ein Tipp unter Freunden: Schau in der Vitrine nicht nur auf die Torten, sondern auch auf die Pralinen, denn die eigene Konditorei war immer das Herz des Hauses. Und dann geh die Theatinerstraße hinunter nach Süden und biege links in die Perusastraße. Unser nächstes Ziel ist ein Laden, dessen Kaffeeduft du riechst, bevor du sein Schild überhaupt gelesen hast.

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