Plaza de Oriente: Das Pferd, das Galileo berechnete

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Mitten im Garten bäumt sich ein Pferd aus Bronze auf, nur auf den Hinterbeinen, und oben sitzt ganz gelassen ein König mit Feldherrnstab. Schau es dir von der Seite an, dann siehst du, wie wenig von dieser Bronze den Sockel berührt. Das sieht leicht aus... war aber im 17. Jahrhundert fast unmöglich.

Key Facts

PlacePlaza de Oriente: Das Pferd, das Galileo berechnete
AddressPlaza de Oriente, 28013 Madrid, Spain
Geo Coordinates40.41830, -3.71220
Part of WalkDas Madrid der Habsburger: Von der Puerta del Sol zum Königspalast
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Mitten im Garten bäumt sich ein Pferd aus Bronze auf, nur auf den Hinterbeinen, und oben sitzt ganz gelassen ein König mit Feldherrnstab. Schau es dir von der Seite an, dann siehst du, wie wenig von dieser Bronze den Sockel berührt. Das sieht leicht aus... war aber im 17. Jahrhundert fast unmöglich.

Der Reiter ist Philipp IV., der König, unter dem Velázquez Hofmaler war. Der Graf-Herzog von Olivares wollte für ihn ein Standbild, das alles in den Schatten stellt, und bestellte es in Florenz bei Pietro Tacca, demselben Bildhauer, der das Pferd Philipps III. auf der Plaza Mayor vollendet hatte. Als Vorlage schickte man aus Madrid ein Bildnis von Velázquez, und für den Kopf eine Büste des Bildhauers Juan Martínez Montañés. Fertig war das Werk um 1640.

Das Problem war die Physik: Ein steigendes Pferd aus tonnenschwerer Bronze, das nur auf zwei Hinterbeinen und dem Schweif ruht, kippt nach vorne. Die Lösung, so erzählt man, kam von Galileo Galilei. Der Vorderteil wurde hohl gegossen, die Hinterbeine und der hintere Körper massiv, so lag der Schwerpunkt genau über den Hinterhufen. Es war wohl das erste große Reiterstandbild dieser Art überhaupt, und es steht bis heute.

Rund um den Platz stehen steinerne Könige, Herrscher aus dem Mittelalter, ursprünglich gedacht für die Balustrade auf dem Dach des Palastes. Man holte sie wieder herunter, angeblich, weil eine Königin geträumt hatte, sie würden auf sie herabstürzen. Wahrscheinlicher ist, dass sie einfach zu schwer waren. Den Platz selbst ließ übrigens Joseph Bonaparte freiräumen, Napoleons Bruder, der für ein paar Jahre König von Spanien war; die Madrilenen nannten ihn spöttisch den Plätzekönig.

Am Sonntag sitzen hier Familien auf den Bänken, und Straßenmusiker spielen vor der Kulisse des Palastes. Vom östlichen Ende des Gartens siehst du schon ein großes Theater, das genau dem Palast gegenüberliegt, als würden sich König und Publikum anschauen. Geh am Café de Oriente vorbei auf das Theater zu und dann um den Bau herum auf seine andere Seite, zur Plaza de Isabel II.

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