Palacio Real: Wo der Alcázar brannte

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Du stehst auf der Plaza de la Armería, einem riesigen Hof aus hellem Stein, und vor dir breitet sich die Südfassade des Palacio Real aus, Säule an Säule, Fenster an Fenster. Auf der anderen Seite des Hofes öffnet sich eine Balustrade über das grüne Tal des Manzanares.

Key Facts

PlacePalacio Real: Wo der Alcázar brannte
AddressCalle de Bailén s/n, 28071 Madrid, Spain
Geo Coordinates40.41770, -3.71410
Part of WalkDas Madrid der Habsburger: Von der Puerta del Sol zum Königspalast
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Du stehst auf der Plaza de la Armería, einem riesigen Hof aus hellem Stein, und vor dir breitet sich die Südfassade des Palacio Real aus, Säule an Säule, Fenster an Fenster. Auf der anderen Seite des Hofes öffnet sich eine Balustrade über das grüne Tal des Manzanares.

Hier stand der Alcázar, die alte Burg, in der die Habsburger fast zwei Jahrhunderte lang regiert hatten. 1700 starb Karl II., der letzte spanische Habsburger, ohne Kinder. Um sein Erbe brach ein europäischer Krieg aus: Auf der einen Seite der Bourbone Philipp von Anjou, ein Enkel Ludwigs XIV., auf der anderen Erzherzog Karl von Österreich, der spätere Kaiser Karl VI. Die Truppen der Habsburger-Partei besetzten Madrid sogar zweimal, aber am Ende siegte der Bourbone als Philipp V.

Und dann, in der Weihnachtsnacht 1734, brannte der alte Alcázar ab. Das Feuer wütete tagelang, und mit dem Gebäude verbrannten auch zahllose Gemälde der königlichen Sammlung. Manche Bilder wurden in letzter Minute gerettet, Las Meninas von Velázquez gehörte zu den Glücklichen. Für Philipp V. war es vielleicht kein großer Verlust: Er hatte in Versailles gelernt, wie ein Palast auszusehen hat, und die düstere Burg der Habsburger nie gemocht.

Der neue Palast wurde von 1738 an aus Stein gebaut, damit nie wieder etwas brennen könnte, nach Plänen von Juvarra und Sacchetti. Karl III. war 1764 der erste König, der darin wohnte. Mit über dreitausend Räumen gehört er zu den größten Palästen Europas. Die Königsfamilie wohnt übrigens nicht hier, sondern im kleineren Palacio de la Zarzuela vor der Stadt; dieser Palast dient für Staatsakte. Und gleich nebenan zeigt seit 2023 die Galería de las Colecciones Reales die Schätze der Krone.

Achte beim Weitergehen auf den Blick über die Balustrade nach Westen: Dort unten liegen die Gärten des Campo del Moro und der Fluss. Geh nun am Palast entlang nach Norden, um die Ecke auf seine Ostseite. Dort öffnet sich ein Garten-Platz mit einem bronzenen Pferd, das auf zwei Hinterbeinen steht, und dahinter hat Galileo Galilei mitgerechnet.

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