Plaza de Cibeles: Die Göttin und der Zuckerbäckerpalast
Why is it significant?
Vor dir thront eine Göttin auf einem Wagen, gezogen von zwei Löwen, und hinter ihr erhebt sich ein weißer Palast mit Türmchen und Zinnen, der aussieht wie eine riesige Hochzeitstorte.
Key Facts
| Place | Plaza de Cibeles: Die Göttin und der Zuckerbäckerpalast |
|---|---|
| Address | Plaza de Cibeles, 28014 Madrid, Spain |
| Geo Coordinates | 40.41940, -3.69250 |
| Part of Walk | Madrids Kunstmeile: Von Guernica über den Prado bis zum Kristallpalast im Retiro |
| Generated | Generated |
Vor dir thront eine Göttin auf einem Wagen, gezogen von zwei Löwen, und hinter ihr erhebt sich ein weißer Palast mit Türmchen und Zinnen, der aussieht wie eine riesige Hochzeitstorte.
Die Göttin ist Kybele, die Mutter der Erde, und ihr Brunnen gehört zum selben Plan wie Neptun und Apollo, entworfen von Ventura Rodríguez unter Karl III. Die Figur der Göttin schuf Francesco Gutiérrez, die Löwen der Franzose Roberto Michel. Ursprünglich stand der Brunnen am Rand des Platzes und schaute zum Prado, erst Ende des 19. Jahrhunderts rückte man ihn in die Mitte. Die Löwen haben eine eigene Geschichte: Im Mythos sind es Atalante und Hippomenes, ein Liebespaar, das die Götter beleidigte und zur Strafe verwandelt wurde... nun ziehen sie für immer den Wagen der Göttin, ohne einander je anschauen zu dürfen.
Der weiße Palast war ursprünglich die Hauptpost, der Palacio de Comunicaciones von Antonio Palacios und Joaquín Otamendi, eröffnet 1919. Die Madrilenen tauften ihn spöttisch Nuestra Señora de las Comunicaciones, Unsere Liebe Frau der Post. Seit 2007 sitzt hier das Rathaus der Stadt, und vom Turm hast du einen der schönsten Blicke über Madrid. Die alte Schalterhalle ist heute ein offenes Kulturzentrum, in das jeder hineingehen kann. Rundherum stehen die Banco de España, die Casa de América und das Hauptquartier des Heeres: Geld, Kultur und Militär an einer Kreuzung.
Während des Bürgerkriegs, als Madrid belagert und bombardiert wurde, verschwand Kybele unter einem schützenden Mantel aus Ziegeln und Sandsäcken. Die Madrilenen retteten ihre Göttin, wie man ein Kunstwerk im Museum rettet. Und über die Tresore der Bank unter deinen Füßen erzählt man sich bis heute Legenden, angeblich könnten sie bei Gefahr mit Wasser geflutet werden.
Wenn Real Madrid einen Titel holt, klettern die Spieler hier auf den Brunnen und hängen der Göttin einen Schal um. Für die Fans ist das ein heiliger Ort, für die Stadtreinigung eine lange Nacht. Erinnerst du dich? Atlético feiert unten beim Neptun. Geh nun die Calle de Alcalá bergauf nach Osten. Mitten auf dem nächsten Platz steht ein Tor, durch das niemand mehr in die Stadt muss.