St Mary-le-Bow: Die Glocken der Cockneys
Why is it significant?
Bleib auf dem Gehweg der Cheapside stehen und folg dem hellen Kirchturm mit den Augen bis zur Spitze, wo ein goldener Drache als Wetterfahne sitzt.
Key Facts
| Place | St Mary-le-Bow: Die Glocken der Cockneys |
|---|---|
| Address | Cheapside, London EC2V 6AU, United Kingdom |
| Geo Coordinates | 51.51370, -0.09350 |
| Part of Walk | Vom Tower bis St Paul's: Londons City zwischen Römern, Hanse und Blitz |
| Generated | Generated |
Bleib auf dem Gehweg der Cheapside stehen und folg dem hellen Kirchturm mit den Augen bis zur Spitze, wo ein goldener Drache als Wetterfahne sitzt. In diesem Turm hängen die Bow Bells, und um sie dreht sich ein ganzes Stück Londoner Identität: Ein echter Cockney, so heißt es, ist nur, wer in Hörweite dieser Glocken geboren wurde.
Der Name kommt von den Bögen, englisch bows, in der normannischen Krypta unter der Kirche. Dort tagte jahrhundertelang ein Kirchengericht, das bis heute Court of Arches heißt, Gericht der Bögen. Die Krypta selbst hat das Große Feuer überstanden und gehört zu den ältesten Kirchenräumen der City. Nach dem Großen Feuer baute Christopher Wren die Kirche neu, und dieser Turm, um 1680 vollendet, gilt als einer seiner schönsten.
Dann die Geschichte vom armen Dick Whittington: Ein Junge vom Land sucht in London sein Glück, findet keins und gibt auf dem Hügel von Highgate auf... da hört er die Bow Bells läuten. Sie scheinen zu rufen: Kehr um, Whittington, dreimal Bürgermeister von London! Er kehrt um, und am Ende macht ihn ausgerechnet seine Katze reich. Den echten Richard Whittington gab es übrigens, er war um 1400 mehrmals Lord Mayor und ein steinreicher Tuchhändler... nur die Katze ist wohl erfunden.
Im Mai 1941, bei einem der schwersten Luftangriffe des ganzen Blitz, wurde St Mary-le-Bow von Bomben getroffen und brannte aus. Die Glocken stürzten in die Tiefe und zersprangen. Es war die Nacht vom 10. auf den 11. Mai, dieselbe Nacht, in der Rudolf Heß nach Schottland flog, der Mann, von dem du am Tower gehört hast. Erst 1961 läuteten wieder neue Glocken über der Cheapside.
Während des Krieges sendete die BBC eine Aufnahme dieser Glocken als Erkennungszeichen in das besetzte Europa, ein Klang von Freiheit für Menschen, die heimlich unter der Bettdecke Radio hörten. Geh jetzt die Cheapside nach Westen hinunter. Am Ende der Straße wächst eine Kuppel über die Dächer, die alles überragt, was du auf diesem Weg gesehen hast.