London Stone: Der rätselhafte Stein der Stadt
Why is it significant?
Bück dich ein wenig und schau durch das Gitter in der Hauswand: Dahinter liegt ein grauer, abgeschliffener Kalksteinbrocken, kaum größer als ein Koffer. Kein Schild würde dich normalerweise hier festhalten, und trotzdem ist das einer der rätselhaftesten Gegenstände Londons... der London Stone.
Key Facts
| Place | London Stone: Der rätselhafte Stein der Stadt |
|---|---|
| Address | 111 Cannon Street, London EC4N 5AR, United Kingdom |
| Geo Coordinates | 51.51160, -0.08950 |
| Part of Walk | Vom Tower bis St Paul's: Londons City zwischen Römern, Hanse und Blitz |
| Generated | Generated |
Bück dich ein wenig und schau durch das Gitter in der Hauswand: Dahinter liegt ein grauer, abgeschliffener Kalksteinbrocken, kaum größer als ein Koffer. Kein Schild würde dich normalerweise hier festhalten, und trotzdem ist das einer der rätselhaftesten Gegenstände Londons... der London Stone.
Niemand weiß genau, was er einmal war. Manche halten ihn für einen römischen Meilenstein, von dem aus die Entfernungen in der Provinz gemessen wurden, andere für den Rest eines großen Bauwerks, vielleicht eines römischen Palastes, dessen Mauern unter der Cannon Street Station gefunden wurden. Sicher ist nur, dass er schon im Mittelalter berühmt war: Der erste Bürgermeister Londons, ab 1189 im Amt, hieß Henry Fitz-Ailwin, und in den Urkunden trägt er den Beinamen von London Stone.
1450 zog der Rebell Jack Cade mit seinen Leuten in die Stadt, schlug mit seinem Schwert auf diesen Stein und erklärte sich zum Herrn von London. Shakespeare hat die Szene in Heinrich dem Sechsten verewigt. Da sitzt Cade auf dem London Stone und befiehlt großzügig, dass der städtische Pinkelbrunnen im ersten Jahr seiner Herrschaft nichts als Rotwein führen soll. Wenige Tage später war Cade auf der Flucht, und noch im selben Monat war er tot.
Und dann die Prophezeiung: Solange der Stein des Brutus sicher ist, so lange wird London blühen. Brutus, ein Trojaner, soll der Sage nach Britannien besiedelt und London gegründet haben. Das klingt uralt... ist aber höchstwahrscheinlich eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Trotzdem hat sich nie jemand getraut, den Stein einfach wegzuwerfen.
Als das Bürohaus über ihm abgerissen wurde, zog der Stein 2016 vorübergehend ins Museum of London. Seit 2018 liegt er wieder hier, in einer neuen, würdigen Nische aus Portland-Stein. Ein Stück Kalk, um das Banken und Bürotürme herumgebaut wurden. Geh jetzt ein paar Schritte zurück und dann nach Norden in die Straße Walbrook, benannt nach einem Fluss, der heute unter dem Pflaster verschwindet. Sie führt dich direkt zur Kreuzung an der Bank, dem Geldherz der City.