Nonomiya-Schrein: Das Schwarze Holztor und das Genji-Epos

Why is it significant?

Schreiten Sie unter dem außergewöhnlichen Kuroki-Torii des Nonomiya-Schreins hindurch, dessen massives Holzportal aus naturbelassenen Eichenstämmen mit ungeschälter, dunkler Rinde gezimmert wurde.

Key Facts

PlaceNonomiya-Schrein: Das Schwarze Holztor und das Genji-Epos
Address1 Saga Nonomiyacho, Ukyo Ward, Kyoto 616-8393, Japan
Geo Coordinates35.01780, 135.67420
Part of WalkKyoto: Arashiyama, der Bambuswald und die Zen-Gärten von Sagano
GeneratedGenerated

Open the walk

Schreiten Sie unter dem außergewöhnlichen Kuroki-Torii des Nonomiya-Schreins hindurch, dessen massives Holzportal aus naturbelassenen Eichenstämmen mit ungeschälter, dunkler Rinde gezimmert wurde. Dieses archaische Tor verkörpert eine der ältesten und reinsten Bauformen sintoistischer Sakralarchitektur und verzichtet bewusst auf jeden farbigen Lackanstrich. Dichte Moospolster bedecken den Boden zwischen den kleinen Holzschreinen, an denen Pilger Weihrauch entzünden und bemalte Holztafeln mit innigen Wünschen für Liebesglück und geschützte Geburten aufhängen.

Während der glanzvollen Heian-Zeit diente dieser abgelegene Hain als strenger Reinigungsort für unverheiratete kaiserliche Prinzessinnen, die zu Saiomai-Priesterinnen auserwählt worden waren. Bevor sie ihre feierliche Reise zum Großen Ise-Schrein antraten, um den Kaiserhof dort rituell zu vertreten, verbrachten die jungen Frauen hier ein volles Jahr in ritueller Abgeschiedenheit mit Gebeten und rituellen Quellwasserwaschungen. Unter dem schützenden Dach der Bäume entfaltet der Schrein einen archaischen Zauber, der die Besucher unmittelbar mit den uralten Naturgeistern des Shinto-Glaubens verbindet.

Unsterblichen Ruhm erlangte der Schrein im zehnten Kapitel des weltberühmten Romans Die Geschichte vom Prinzen Genji aus dem elften Jahrhundert von Hofdame Murasaki Shikibu: Die Szene beschreibt den wehmütigen Abschiedsbesuch des strahlenden Prinzen bei seiner Geliebten Prinzessin Rokujo inmitten des herbstlichen Schilfgrases, ein Meisterwerk japanischer Dichtkunst. Generationen von Pilgern haben hier ihre Wünsche anvertraut und Trost in der unberührten Stille des Hains gefunden.

Berühren Sie ehrfürchtig die glatte Oberfläche des heiligen Schildkrötensteins Kameishi: Der Volksglaube verspricht, dass ein Wunsch innerhalb eines Jahres in Erfüllung geht, wenn man über seinen steinernen Panzer streicht. Der Duft von feuchtem Moos und morschem Holz erfüllt den schattigen Hain, in dem der leise Wind durch die dichten Bambuswipfel streicht und dem Ort eine fast greifbare spirituelle Erhabenheit verleiht.

Treten Sie aus dem Schreinhain hinaus, um sogleich den weltberühmten Sagano-Bambuswald zu betreten. Die uralte Eichenrinde des Tores verbindet die Gegenwart auf geheimnisvolle Weise mit den Mythen der Vorzeit.

Nearby stories