Klosterkirche auf der Skałka und das Nationale Pantheon
Why is it significant?
Tritt vor die zweiläufige Freitreppe und die Barockfassade der Kirche der Heiligen Michael und Stanislaus auf der Skałka, dem Felsen am Weichselufer. Auf dieser Felsanhöhe trug sich am 11. April 1079 eine der dramatischsten Szenen der polnischen Geschichte zu.
Key Facts
| Place | Klosterkirche auf der Skałka und das Nationale Pantheon |
|---|---|
| Address | ul. Skałeczna 15, 31-065 Kraków, Poland |
| Geo Coordinates | 50.04820, 19.93760 |
| Part of Walk | Kazimierz: Die jüdische Stadt von Krakau und ihre Synagogen |
| Generated | Generated |
Tritt vor die zweiläufige Freitreppe und die Barockfassade der Kirche der Heiligen Michael und Stanislaus auf der Skałka, dem Felsen am Weichselufer. Auf dieser Felsanhöhe trug sich am 11. April 1079 eine der dramatischsten Szenen der polnischen Geschichte zu. König Bolesław der Kühne erschlug hier eigenhändig den Krakauer Bischof Stanislaus von Szczepanów während der Feier der heiligen Messe am Altar. Das Martyrium führte 1253 zur Heiligsprechung des Bischofs und machte die Skałka zum traditionellen Buß- und Krönungswallfahrtsort der polnischen Monarchen.
Im Klosterhof liegt ein von barocken Statuen umrahmtes Wasserbecken, der sogenannte Stanislaus-Teich. Der Legende nach warfen die königlichen Häscher die zerstückelten Glieder des Bischofs in diese Quelle, woraufhin sie sich auf wundersame Weise wieder fugenlos zusammenfügten. Dieses Wunder wurde über Generationen hinweg als göttliche Verheißung für die künftige Wiedervereinigung des zerrissenen Polens gedeutet. Traditionell pilgerte jeder neu gewählte König am Vortag seiner Krönung zu Fuß im Bußgewand vom Wawel zur Skałka zur Sühne für Bolesławs grausame Bluttat.
Steige hinab in die Krypta der Verdienten im Untergeschoss, die 1880 zum 400. Todestag des Chronisten Jan Długosz als Nationalpantheon eröffnet wurde. Hier ruhen die größten Genies polnischer Kultur, Dichtung, Kunst und Wissenschaft. Neben Długosz ruhen hier der Universalkünstler Stanisław Wyspiański, der Literaturnobelpreisträger Czesław Miłosz, Maler Jacek Malczewski, Dichter Adam Asnyk und Komponist Karol Szymanowski. Es ist ein ehrfurchtgebietender Raum, an dem sich tiefer Glaube und unsterblicher Geistesruhm unseres Kontinents vereinen.
Seit 1472 wird das Heiligtum ununterbrochen von den Paulinermönchen gehütet, die Jan Długosz einst hierher berief. Von der sonnigen Aussichtsterrasse blickt man friedvoll über die Weichselfluten hinüber zu den königlichen Türmen des Wawels. Die Skałka ist der unerschütterliche Felsen des polnischen Gewissens, an dem geistige Würde über königliche Willkür triumphierte.
Gehe hinab zur Uferpromenade der Weichsel und folge der Podgórska-Straße ostwärts. Vor dir schwingt sich der kühne Bogen der Fußgängerbrücke Pater Bernatek über das Wasser.