Alter Elbtunnel Nordportal
Why is it significant?
Treten Sie ein in die monumentale Eingangshalle des Alten Elbtunnels unter der mächtigen Kuppel aus Tuffstein und Kupferblech.
Key Facts
| Place | Alter Elbtunnel Nordportal |
|---|---|
| Address | Bei den St. Pauli-Landungsbrücken 7, 20359 Hamburg, Germany |
| Geo Coordinates | 53.54550, 9.96650 |
| Part of Walk | Hafenrand, Landungsbrücken, St. Pauli und Reeperbahn: Seefahrt, Michel und Kiez |
| Generated | Generated |
Treten Sie ein in die monumentale Eingangshalle des Alten Elbtunnels unter der mächtigen Kuppel aus Tuffstein und Kupferblech. Eröffnet im September 1911 nach vierjähriger Bauzeit, galt dieser vierhundertsechsundzwanzig Meter lange Unterwassertunnel als technische Weltsensation und als erste Flussunterquerung dieses Typs auf dem europäischen Kontinent. Ziel des gewaltigen Bauprojekts war es, den zehntausenden Hafenarbeitern und Werftbeschäftigten von Blohm+Voss einen schnellen, witterungsunabhängigen Fußweg von St. Pauli zu ihren Arbeitsplätzen auf der Elbinsel Steinwerder zu ermöglichen. Statt langer Zufahrtsrampen befördern vier riesige Personen- und Fahrzeugaufzüge Fußgänger, Radfahrer und sogar Autos vierundzwanzig Meter tief in die Erde, wo zwei gekachelte Tunnelröhren unter dem Flussbett hindurchführen. Die Tunnelwände sind mit glasierten Steinzeugreliefs verziert, die Fische, Krebse, Ratten und weggeworfene Seemannsstiefel darstellen und den Tunnelarbeitern humorvoll ein Denkmal setzen. Der Gang durch die gekühlte, hallende Röhre vermittelt die Pionierstimmung des Industriezeitalters, als Hamburg sich zur führenden Hafenmetropole des Kontinents aufschwang. Dieses unterirdische Bauwerk ist ein lebendiges Denkmal gelebter Arbeiterkultur und Ingenieurskunst. Die kühnen Ingenieure bewältigten damals gewaltige geologische Herausforderungen tief unter dem schlickigen Grund der Norderelbe. Die gekachelten Tunnelröhren bleiben ein unvergängliches Zeugnis hanseatischer Baukunst und schwerer körperlicher Arbeit. Das gleichmäßige Brummen der Ventilatoren und das Echo der eigenen Schritte in der gekachelten Röhre erzeugen ein fast surreales Gefühl der Zeitreise.
Blicken Sie in die tiefe Aufzugsschächte: Die gewaltigen elektrischen Hebebühnen befördern bis heute ganze Fahrzeuge sicher auf das Niveau der Flusssohle hinab. Radfahrer und Spaziergänger nutzen die kühle Tunnelstrecke täglich mit derselben Selbstverständlichkeit wie die Hafenarbeiter vor über einem Jahrhundert.
Der Tunnel wurde im Schildvortriebsverfahren unter hohem Überdruck erbaut; die Arbeiter mussten täglich dekomprimieren, um der gefürchteten Taucherkrankheit zu entgehen.
An den weiß gefliesten Wänden finden sich handgefertigte Tonreliefs mit Wassertieren und Schiffsabfällen, die Hamburger Keramiker als augenzwinkernde Dekoration schufen.
Verlassen Sie die Kuppelhalle wieder und wenden Sie sich ostwärts entlang der Uferpromenade zum Museumsschiff Rickmer Rickmers.