Palast La Madraza (Maurische Hochschule von 1349)
Why is it significant?
Treten Sie ein in den Palast La Madraza an der Calle Oficios, ein traditionsreiches Gebäude, das die intellektuelle Blütezeit des maurischen Granada verkörpert. Gegründet im Jahr 1349 von Sultan Yusuf I.
Key Facts
| Place | Palast La Madraza (Maurische Hochschule von 1349) |
|---|---|
| Address | Calle Oficios 14, 18001 Granada, Spain |
| Geo Coordinates | 37.17650, -3.59800 |
| Part of Walk | Albaicín und Historisches Zentrum: Maurisches Viertel, Königsgräber und Renaissance |
| Generated | Generated |
Treten Sie ein in den Palast La Madraza an der Calle Oficios, ein traditionsreiches Gebäude, das die intellektuelle Blütezeit des maurischen Granada verkörpert. Gegründet im Jahr 1349 von Sultan Yusuf I. als Madraza Yusufiyya, war diese Akademie die erste und einzige öffentliche Universität im Emirat Granada. Hier lehrten bedeutende Gelehrte Theologie, Rechtswissenschaft, Medizin, Astronomie, Mathematik und Poesie für Studenten aus dem gesamten Mittelmeerraum. Nach 1492 wurde das Bauwerk in das erste christliche Rathaus Granadas umgewandelt und erhielt 1722 eine farbenfrohe Barockfassade, doch in seinem Inneren hütet es ein unversehrtes maurisches Kleinod. Die renommierte Hochschule zog die brillantesten Köpfe der islamischen Welt an, deren wissenschaftliche Schriften und medizinische Erkenntnisse weit über die Grenzen des Königreiches hinaus hohe Anerkennung fanden. Unter der Leitung berühmter Großwesire blühte hier eine Kultur des freien wissenschaftlichen Diskurses und der tiefen philosophischen Reflexion. Die historischen Gebetssäle veranschaulichen eindrucksvoll die harmonische Verschmelzung von Gelehrsamkeit, Glaube und meisterhafter Baukunst in al-Andalus. Das Bauwerk bleibt ein ewiges Zeugnis für den Glanz andalusischer Wissenschaftskultur im vierzehnten Jahrhundert.
Treten Sie in den ursprünglichen Gebetssaal (Oratorium) aus dem vierzehnten Jahrhundert: Vor Ihnen öffnet sich ein meisterhafter Hufeisenbogen mit fein ziseliertem Stuckwerk, überwölbt von einer achteckigen Holzkuppel mit verschlungenen Sternmustern im Mudéjar-Stil. Die kalligraphischen Bänder an den Wänden leuchten in ihren restaurierten Originalpigmenten aus Gold, Zinnoberrot und Lapislazuliblau und wiederholen Koranverse, welche das Streben nach Weisheit preisen.
Im Jahr 1500 wurden während der repressiven Kampagne von Kardinal Cisneros Tausende wissenschaftliche und theologische Manuskripte aus der Universitätsbibliothek beschlagnahmt und auf der nahen Plaza de Bib-Rambla öffentlich verbrannt; lediglich wenige wertvolle medizinische Abhandlungen blieben verschont und gelangten in den Escorial.
Blicken Sie in die hölzerne Kuppeldecke: Die kunstvoll ineinandergreifenden Zedernholzfacetten erzeugen die optische Täuschung eines rotierenden Sternenhimmels.
Verlassen Sie die Madraza und treten Sie durch das prächtige Portal in die benachbarte Königliche Kapelle ein.